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Carry on
Whatever the words
that you hear,
Somehow the meaning is clear,
We're all on the same ship together, moving on,
From the first time that life could be heard,
To the last sounds of men on this earth,
The question is always the same,
where are we going, where are we going?
Werden wir jemals ankommen? Und wenn ja, wo und wie? Seit
Tagen irren wir durch kahle Felsen und Steine. Oder sind
es schon Wochen, oder gar Monate?
Ich habe komplett die Orientierung verloren. Ich weiß
nicht mehr, wo Norden ist, wo die Sonne aufgeht und in welche
Richtung wir gehen. Das einzige Zeichen, das ich noch erkenne
ist der drohende, rote, von Flammen durchzuckte Himmel,
der unser Ziel kennzeichnet.
Ist dies unser Ziel? Oder liegt unser Ziel ganz wo anders?
Ich kann nicht mehr denken, keinen klaren Gedanken fassen.
Ich will nur rasten. Irgendwo. Ungesehen.
Aber diesen Ort gibt es nicht mehr für mich. Egal,
in welche Richtung ich jetzt gehe, er verfolgt mich. Sein
Schatten wird stärker und übernimmt die Macht.
Sein Blick wird von Tag zu Tag hasserfüllter und zorniger.
Und ich spüre, wie meine Last immer schwerer wird.
Mit jedem Schritt, den ich vom direkten Weg zu den Feuerwänden,
die sich am Himmel abzeichnen, abkomme, spüre ich,
wie er mehr und mehr in diese eine Richtung zieht. Jeder
Schritt, der uns auch nur einen halben Fuß mehr vom
dunklen Land wegbringt, vergrößert die Macht,
mit der die Kette sich in mein Fleisch bohrt, verstärkt
die Stimme des Rings, die in meinem Kopf hallt und mich
immer und immer wieder verlockt.
Ooh carry on, carry on,
There's a silver light beside you,
Take the hand that's there to guide you,
Through this night to where we came from,
Carry on, carry on,
When the autumn leaves are falling,
And you hear the voices calling you away,
Then do not fear, you'll carry on,
Carry on, carry on...
Love is the daughter of life, comfort to trouble and strife,
She's always beside you to help you carry on,
Der einzige Grund für mich dieser Stimme in meinem
Kopf zu wiederstehen ist Sam. Ich könnte es nicht ertragen,
ihn so zu enttäuschen. Ihn, der sein Leben aufgegeben
hat, um mir zu folgen.
Ich wünschte, ich wäre alleine gegangen, so wie
ich es vorgehabt habe. Doch würde ich in diesem Fall
wohl schon lange nicht mehr hier sein. Entweder ich hätte
irgendwo auf diesem beschwerlichen Weg kehrt gemacht, oder
ich hätte die Verlockungen des Ringes erhört und
ihn für mein Eigentum erklärt.
Es ist erstaunlich, wie sehr einige Worte das Leben verändern
können. „Der Ring gehört mir!“ Diese
vier einfachen Worte würden alles ändern. Ich
wäre mächtig, stark und groß. Und all die
Last wäre von mir genommen. Nur diese kleinen Worte
und all das, was mir den Weg so schwer macht wäre mir
Untertan.
Ohne Sam wäre ich hier verloren. Seine Liebe ist es,
die mich die Schmerzen ertragen lässt. Ich weiß,
ihm muss es schlecht gehen, er muss müde sein, hungrig,
doch er lässt es sich nie anmerken. Immer hat er ein
Lächeln für mich und einen Schluck Wasser, wenn
mir das Atmen wieder so schwer fällt und meine Beine
einfach unter mir nachgeben.
Nein, ohne ihn wäre ich niemals so weit gekommen und
ohne ihn würde ich nie näher an das Ende unserer
Reise gelangen.
Oh they say that the stars in the sky,
Are the souls of the people who die,
Will we meet them again when we reach our destination?
Set a course for the stars
Destination unknown
The universe is calling the world
Towards her last and final resting place
Das Ende unserer Reise… wo und was ist es?
Meine Aufgabe ist es, diesen Ring zu zerstören, auch
wenn ich nicht weiß, ob ich dazu die Kraft habe. Zu
groß ist die Verlockung, zu deutlich seine Worte in
meinem Kopf. Und selbst, wenn ich es schaffe, selbst wenn
ich diesen kleinen Ring, an dem unser aller Schicksal hängt,
dem Feuer des Schicksalsberges übergebe, was kommt
danach?
Was erwartet uns, wenn der Ring vernichtet ist? Der Tod?
Etwas anderes kann ich mir nicht mehr vorstellen. Wie sollen
wir jemals wieder aus dem schwarzen Land herauskommen –
sollten wir überhaupt einen Weg hinein finden.
Wo sollen wir hin und was sollen wir tun? Niemand hat mit
mir darüber gesprochen. Nicht Gandalf, nicht Elrond
und auch nicht die weise Herrin Galadriel. Sie alle sprachen
nur davon, dass dieser Ring zerstört und unser Feind
endlich für immer vernichtet werden muss. Vielleicht
hatten sie selber nie die Hoffnung, dass ich es schaffen
würde... aber wieso haben sie mich dann auf diese Reise
geschickt?
Was wird passieren, wenn ich den Feinden in die Hände
falle? Schon oft waren sie nur wenige Meter hinter mir,
schon oft war ich mir sicher, jeden Moment in den Fängen
eines Orks gefangen zu sein. Und doch bin ich diesem Schicksal
bisher auf wundersame Weise entgangen. Aber was, wenn das
Glück, oder was immer mir in diesen langen Tagen und
Nächten hold war, auch mich verlässt? Was, wenn
der dunkle Herrscher seinen Ring zurück bekommt?
Ooh carry on, carry on,
There's a silver light beside you,
Take the hand that's there to guide you,
Through this night to where we came from,
Carry on, carry on,
Was wird aus meinen Freunden, wenn ich versage. Was wird
aus den Menschen, die ihr Leben für mich riskieren?
Was wird aus ihnen werden? Werden sie in der letzten Schlacht
um Mittelerde fallen? Ich weiß, sie werden kämpfen,
bis zum bitteren Ende.
So wie Gandalf gegen den Balrog in Moria kämpfte, werden
meine Freunde gegen die Dunkelheit kämpfen, bis sie
alle in den düsteren Schatten fallen, die von Mordor
aus ganz Mittelerde überziehen werden.
Was wird aus dem Auenlad werden? Ich kann es mir nicht vorstellen,
wie es unter einem Schatten liegt, der alles vernichtet
und versklavt. Nicht das Auenland, in dem die Sonne so hell
scheint, wie ich es nie wieder auf unserer langen Reise
gesehen habe. Nicht das Auenland, dessen Wiesen so grün
und dessen Himmel so blau ist, wie nirgends sonst in Mittelerde.
Was wird aus Merry und Pippin? Meinen treuen Freunden, die
nicht einmal der Tod abhalten konnte, mir zu folgen... wie
werden sie es erleben, sollte ich versagen? Werden sie kämpfen?
Und wenn ja, wie wird es Enden? Werden sie sterben, so wie
sie lebten? Seite an Seite und unzertrennlich?
Und Legolas und Gimli... was wohl aus ihnen wird? Ob Legolas
wohl in den Westen segelt, wenn der Schatten sich ausbreitet?
Aber das kann ich mir nicht vorstellen. Er würde Gimli
nicht alleine lassen, er würde eher mit ihm sterben,
als vor der Dunkelheit zu fliehen.
Und Aragorn? Was wird aus ihm werden? Er, der mich so lange
beschützt hat, er der mir immer wieder Kraft gegeben
hat? Ich weiß er wird kämpfen. Und sollte es
sein Schicksal sein, wird er es auch mit dem dunklen Herrscher
aufnehmen und ihn zum Duell fordern. Dieser Waldläufer,
dieser König, wird nicht warten, bis der Schatten kommt,
er wird ihm mutig entgegen treten, so wie er allen Gefahren
auf unserem Weg entgegen trat. Er wird für das Licht
kämpfen, solange er kann, denn er ist das Licht.
Estel nannte ihn Elrond, Hoffnung, ja das ist er für
mich. Aragorn war seit jener fernen Nacht in Bree mein Vertrauter.
Ich hätte alles getan, was er von mir verlangt hätte,
denn ich weiß, dass mein Leben sicher in seinen Händen
ist.
Und nun? Nun liegt sein Leben und mit ihm ganz Mittelerde
in meinen Händen. Ich trage die Hoffnung und die Verzweiflung
mit mir. Ein einziger, kleiner Ring birgt alles Licht und
alle Dunkelheit in sich, und mein Schicksal ist es, über
Leben oder Tod meiner Freunde zu bestimmen.
Falle ich, fällt alle Hoffnung für Mittelerde;
stehe ich auf und erhebe mich über all das Leid und
den Schmerz und erfülle meine Aufgabe, wird Mittelerde
leben, werden meine Freunde leben.
Und für sie werde ich weiter gehen. Für Merry
und Pippin, die noch so viel vor sich haben, für Legolas
und Gimli, deren Freundschaft so besonders ist und für
Aragorn, der noch so viel gutes für Mittelerde machen
wird.
Und Sam... solange Sam mit mir geht besteht Hoffnung.
Hoffnung für Mittelerde, Hoffnung für meine Freunde
und Hoffnung für mich.
Solange Sam mit mir diesen Weg teilt werde ich der Stimme
des Rings widerstehen können und meinen Weg zum Berg
des Schicksals gehen...
When the autumn leaves
are falling,
And you hear the voices calling you away,
Then do not fear, you'll carry on, carry on,
Carry on, carry on ... ooh carry on...
[geschrieben von: Amrúniel * 10-04-04 * songtext:
“Carry on” by Chris de Burgh]
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