Haradrim

Oft wird in den Geschichten des Ringkrieges von den braunhäutigen Menschen des Südens erzählt, die Haradrim genannt wurden. Einige erschienen zu Fuß, anderen auf dem Rücken von Pferden, und diejenigen, die als Corsaren bezeichnet wurden, kamen in ihren schwarzen, Dromunds genannten Schiffen. Am bekanntesten jedoch waren die Haradrim, die in Kriegstürmen auf den breiten Rücken der gewaltigen Mûmakil in den Kampf zogen und aus sicherer Höhe Pfeile und Speere in die feindlichen Reihen schickten. Derartige Heere richteten große Zerstörungen an, denn kein Pferd wagte sich auch nur in die Nähe dieser Tiere.
Die Haradrim gehörten in der Schlacht auf den Pelennor-Feldern zu den zahlreichsten unter den Dienern des Hexenkönigs von Morgul. Sie kämpften unter einem Banner mit einer schwarzen Schlange auf rotem Grund und sie waren in scharlachrote Mäntel gehüllt, trugen goldene Ringe in den Ohren und runde, in Stahlspitzen auslaufende gelbe und schwarze Schilde. Sie alle hatten schwarze Augen und langes schwarzes Haar, welches in Zöpfen geflochten und von goldenen Bändern durchwirkt war. Einige hatten ihre Gesichter mit roter Farbe bemalt. Ihre Helme und Rüstungen bestanden aus sich überlappenden Bronzeplatten, sie waren mit Pfeil und Bogen, scharlachroten Speeren und Piken, Krummschwertern und gebogenen Dolchen bewaffnet. Es hieß, dass sie so grausam wie Orks seien und in der Schlacht weder um Gnade baten noch Gnade gewährten.
Obwohl die meisten Haradrim in den aus Mordor eindringenden Heeren eine braune Haut hatten, gab es einige, die aus dem weiter südlich gelegenen Weit-Harad stammten und schwarzhäutig waren. Sie waren besonders gefürchtete Krieger, die an Stärke und Größe den Trollen vergleichbar waren.
Das "Buch der Könige" berichtet, wie im Zweiten Zeitalter die Macht der Haradrim im Norden vernichtet wurde. Der Letzte Bund zwischen Elben und Menschen wurde geschlossen und eine gewaltige Schlacht vor dem Schwarzen Tor ausgefochten. Das Tor wurde zerstört, die Heere der Haradrim, Orks und Ostlinge erlitten eine Niederlage, von der sie sich nie wieder erholten, und Mordor fiel. Nach einer siebenjährigen Belagerung wurden auch Sauron und die Nazgûl geschlagen und verschwanden in der Dunkelheit.
Doch das bedeutete noch nicht das Ende der Haradrim, denn der Eine Ring war nicht zerstört. Die Ringgeister kehrten im Dritten Zeitalter zurück und riefen die Haradrim abermals zu den Waffen, indem sie ihnen großen Reichtum versprachen.
Als die Menschen von Gondor nach Umbar segelten und die Macht der Schwarzen Númenórer brachen, erhoben die Haradrim sich im Jahre 1015 des Dritten Zeitalters und führten Krieg gegen Gondor. Sie töteten zwar Ciryandil, den dritten Schiffskönig von Gondor, aber es gelang ihnen nicht, die Hafenfestung einzunehmen. Im Jahre 1050 vernichtete Ciryandils Erbe ihr Heer, und in den nächsten vierhundert Jahren blieben die Menschen von Gondor vor den Angriffen der Haradrim verschont. Dann erhob sich in Gondor selber ein Aufstand, eine Flotte von Aufständischen segelte nach Umbar und verbündete sich mit den Haradrim. Im Laufe des ganzen Dritten Zeitalters führten die Haradrim zusammen mit den Aufständischen, die jetzt die Corsaren von Umbar genannt wurden, und einigen der Schwarzen Númenórer immer wieder Raubzüge durch und überfielen die Grenzbastionen und Küstenstädte von Gondor.
Die Haradrim und die Variags schlossen im Jahre 1944 einen Pakt mit jenen barbarischen Ostlingen, die als Wagenfahrer bekannt geworden sind. Zweck dieses Bündnisses war, Gondor gleichzeitig von zwei Seiten, von Süden und von Osten, aus anzugreifen und in die Zange zu nehmen. So mussten die Menschen von Gondor ihre Streitkräfte teilen, und den Wagenfahrern gelang es, das Heer von Ost-Gondor zu schlagen und den König zu töten. Doch hatten sie nicht mit dem tapferen Feldherrn Earnil gerechnet, der mit seinem Südheerdie Haradrim und Variags in der Schlacht von Poros besiegte, sich dann nach Osten wandte und die unvorbereiteten Wagenfahrer in der Schlacht des Lagers niederwarf.
Viele Legionen von Haradrim zogen im Ringkrieg nach Mordor - die braunhäutigen Bewohner von Nah-Harad zu Pferd, zu Fuß und auf dem Rücken der gewaltigen Mûmakil ebenso wie die schwarzhäutigen Stammeskrieger aus Weit-Harad. Mit ihnen kamen die Corsaren von Umbar, die Variags aus Khand, Ostlinge von nah und fern, Orks, Uruk-hai, Olog-hai und Trolle: das größte Heer das es zu jener Zeit auf Mittelerde gab. Und doch wurde es in der Schlacht auf den Pelennor-Feldern und vor dem Schwarzen Tor von Mordor von den vereinten Streitkräften des Westens vernichtend geschlagen.

 

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