Rohirrim

Im Jahre 2510 des Dritten Zeitalters der Sonne kam eine Schar blondhaariger Reiter dem von Balchoth- und Orkhorden bedrängten Heer von Gondor in der Schlacht auf dem Feld von Celebrant zu Hilfe. Dies waren die Eothéod, welche die Menschen von Gondor später die Rohirrim nannten, die "Pferdeherren" - Nordmenschen, die die Täler des Ânduin bewohnten und als Krieger und Reiter weithin berühmt waren.
Der bekannteste seines Volkes war König Eorl der Junge, der als erster die Mearas zähmte, jene edlen Rösser, die angeblich von Nahar abstammten, dem Pferd des Vala Orome. Auch Eorl war es, der seine Krieger in der Schlacht auf dem Celebrant-Feld anführte. Auf Wunsch der Menschen von Gondor errichtete er auf dem Celebrant-Feld ein Königreich, das später Rohan oder die Mark genannt wurde. Und er war auch der erste einer Reihe von Königen, welche im Dritten Zeitalter nicht weniger als fünf Jahrhunderte über die Mark herrschten.
Die Rohirrim waren ständig zum Kapf bereit. Sie trugen silberne Harnische, leuchtende Kettenhemden und waren mit Speeren und langen, edelsteinbesetzten Schwertern bewaffnet. Ihr Haar war zu langen blonden Zöpfen geflochten, und sie trugen silberne Helme mit einer aus Pferdehaar gefertigten Zier. Ihre Schilde waren mit einer goldenen Sonne geschmückt, und ihre Banner trugen ein weißes Pferd auf grünem Grund. So zogen sie auf ihren prächtigen Pferden gegen Dunländer, Ostlinge, Haradrim, Uruk-hai und Orks zu Felde.
Auf wogenden Hügeln unweit des Weißen Gebirges lag der Königshof von Edoras mit seiner Halle Meduseld, dem von einem goldenen Dach überwölbten Thronsaal. Kaum weniger berühmt als Eorl der Junge war Helm Hammerhand, der letzte der Ersten Linie der Könige; zu seiner Zeit litten die Rohirrim nicht nur unter den ständigen Angriffen der Dunländer, sondern auch unter Hungersnöten und der bitteren Kälte, die der Lange Winter von 2759 mit sich brachte. Doch die körperliche Kraft und Tapferkeit des Königs waren so legendär, dass schon sein bloßer Name genügte, um die Feinde der Rohirrim in Angst und Schrecken zu versetzen. Es hieß, dass Helm wie ein riesiger Troll durch die nächtlichen Schneestürme schritt, seine Feinde ohne Waffe angriff und sie mit nackten Händen tötete. Er starb zwar, bevor der Lange Winter endete, doch die Dunländer behaupteten, dass sein Geist sie und die anderen Feinde der Rohirrim noch lange danach verfolgte.
In der Geschichte des Ringkrieges wird berichtete, wie Théoden, der letzte der Zweiten Linie der Könige, unter die Macht des Zauberers Saruman geriet. Doch Théoden befreite sich mit Hilfe Gandalfs von dem Einfluss, den Saruman über ihn gewonnen hatte, und führte seine Krieger siegreich in die Schlacht von Hornburg und in die Schlacht auf den Pelennor-Feldern. Und obgleich er damals bereits ein alter Mann war, erschlug er den König von Harad, bevor er selbst vom Hexenkönig von Morgul getötet wurde.
So ging die Herrschaft auf seinen Schwestersohn Éomer über. Er zählte zu den bedeutendsten Königen der Mark, denn er erneuerte das Bündnis mit Gondor. Auch nach dem Ringkrieg verließ er noch oft sein Land, um die aufständischen Völker des Südens und Ostens niederzuwerfen, und so kehrte im Vierten Zeitalter endlich Friede in Rohan ein.
Es gab noch ein anderes Mitgleid des Königshauses, das im Ringkrieg großen Ruhm erlangte. Dies war Éowyn, die schöne Schwester Éomers. Sie stand in der Schlacht auf den Pelennor-Feldern in den Reihen der Krieger und verteidigte den Leichnam des gefallenen Königs gegen den Hexenkönig von Morgul. Dann vollbrachte sie eine Tat, welche die mächtigsten Krieger auf Mittelerde in viertausend Jahren nicht vollbringen konnten; denn es war prophezeit worden, dass der Hexenkönig von keines Mannes Hand getötet werden könnte. So offenbarte Éowyn, dass sie kein Mann, sondern eine Schildmaid war, und durchbohrte mit ihrem Schwert zuerst das geflügelte Untier, das dem Hexenkönig als Schlachtross diente, und dann, mit Hilfe des Hobbits Meriadoc Brandybock, ihn selber.

 

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