Sindar

In der Geschichte von der Großen Reise der Elben wird berichtet, wie die Sindar oder Grau-Elben sich von ihren Artverwandten trennten. Ursprünglich gehörten sie dem Dritten Elbengeschlecht, den Teleri, an, und ihre Herrscher war der Hochkönig aller Teleri. Sein Name war damals Elwe Singollo; er hatte silberne Haare und überragte alle anderen Elben um Kopfesgröße. Viele Teleri gingen auf der Reise verloren, aber Elwe trieb sie immer wieder an, bis sie schließlich nach Beleriand hinter den Blauen Bergen kamen. Sie schlugen dort am Gelion-Fluss ein Lager auf, Elwe Singollo betrat den nahe gelegenen Wald Nan Elmoth und verfiel einem zeitlosen Zauber. Sein Volk suchte nach ihm, doch als die Jahre verstrichen, gaben die meisten die Hoffnung auf und übertrugen die Königswürde auf Elwes Bruder Olwe, der die Reise nach Westen wieder aufnahm. Viele jedoch blieben in Beleriand und nannten sich fortan die Eglath, "Das Verlassene Volk".
Die Eglath wurden für ihre Ausdauer belohnt, denn Elwe Singollo kehrte aus dem Wald von Nan Elmoth zurück, und eine große Veränderung war mit ihm vorgegangen. In seiner Begleitung befand sich die Ursache seiner Begleitung, die Maia Melian. Auf ihrem Gesicht leuchtete ein Licht, und sie wurde von den Eglath verehrt wie keine andere Königin zuvor.
Der König wollte nicht weiter nach Westen ziehen, sondern wünschte in den Wäldern von Beleriand zu bleiben und gründete dort ein neues Reich; sein Volk wurde fortan die Grau-Elben oder die Elben des Zwielichts genannt.
Die Sindar wurden in den Zeitaltern der Sterne das mächtigste Elbenvolk auf Mittelerde, und alle Länder Beleriands gehörten ihnen. Sie begegneten Nachkommen der Teleri, den Falathrim, welche unter ihrem Herrscher Círdan an der Küste des Meeres lebten. Den zurückgekehrten König hießen sie willkommen und schworen ihm Treue. Das gleiche geschah mit Nachkommen der Nandor, die nach Beleriand gekommen waren (und später die Laiquendi oder Grün-Elben genannt wurden). Sie nahmen Elwe ebenfalls als ihren König an. Im Laufe der Zeit entstand eine eigene Sprache unter den Sindar, und in dieser Sprache, dem Sindarin, wurde ihr König nicht länger Elwe Singollo, sondern Elu Thingol, "König Graumantel", genannt. Thingol und Melian wurde eine Tochter geboren, die den Namen Lúthien erhielt, und die Geschichten jener Zeit sagen, dass sie das schönste Geschöpf war, das je die Welt betreten hatte.
Die Zwerge verließen in den Zeitaltern der Sterne die Blauen Berge und trieben Handel mit den Elben von Beleriand. Mit ihrer Hilfe wurde die größte Elbenstadt Mittelerdes errichtet - Menegroth, die "Tausend Grotten".
Aber die Zeiten des Friedens näherten sich ihrem Ende, und so wob Melian einen mächtigen Zauber um Menegroth und den Großen Wald von Doriath. Dieser Zauber, welcher der Gürtel Melians genannt wurde, entrückte das Reich der Sindar den Einflüssen der Welt, sodass nichts Böses in Doriath eindringen konnte.
Doch dann geschah etwas Unerwartetes: Ein Krieger aus dem Geschlecht der Menschen, ein Mann namens Beren, kam zu Thingol und bat ihn um die Hand Lúthiens. Thingol sah die Sterblichen gemeinhin mit Verachtung an, aber anstatt ihn töten zu lassen, stellte er Beren eine schier unlösbare Aufgabe: Er sollte einen Silmaril aus der Eisernen Krone Morgoths schneiden und ihn nach Menegroth bringen.
Tatsächlich gelang es Beren, mit der Hilfe Lúthiens und des Wolfhundes Huan seinen Auftrag auszuführen. Doch damit erzürnte er nicht nur Morgoth, sondern auch die Zwerge und die Noldor. Denn die Zwerge, welche im Verborgenen Königreich lebten und lange für Thingol gearbeitet hatten, begehrten selbst den Silmaril. So ermordeten sie den König und raubten den Edelstein, entkommen konnten sie jedoch nicht und wurden ihrerseits getötet. Melian löste nach dem Tode Thingols den Zauber, den sie um das Verborgene Reich gesponnen hatte, und verließ Mittelerde für immer.
Jetzt, da es ungeschützt dalag, war Menegroth den Angriffen der Zwerge von Belegost und der Noldor unter der Führung der Söhne Feanors wehrlos ausgesetzt. Die Festung wurde erobert und in Schutt und Asche gelegt.
Viele Sindar bestiegen im Zweiten Zeitalter der Sonne die weißen Elbenschiffe und segelten nach Tol Eressea, wo sie die Hafenstadt Avallóne errichteten. Andere jedoch blieben zurück und zogen im Laufe der Jahrhunderte in die Länder hinter dem Nebelgebirge, wo sie neue Königreiche unter den Wald-Elben gründeten. Einige Sindar ließen sich unter dem Halb-Elb Elrond in Bruchtal und einige unter Círdan dem Schiffbauer in den Grauen Anfurten nieder. Zur Zeit des Ringkrieges war der bekannteste Sindar-Elb Legolas, der Sohn Thranduils, einer der neun Gefährten der Gemeinschaft des Ringes. Nach dem Ende des Krieges errichtete er eines der letzten Elbenreiche in den Wäldern Ithiliens von Gondor.

 

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