Valar

Als Ea, "Die Welt Die Ist", entstand, wurde sie zuerst von den "Heiligen", den Ainur, bewohnt. In den Zeitlosen Hallen waren sie reine Geister gewesen, doch als sie die Welt betraten, nahmen sie irdische Formen an, und nun unterschieden sich die weniger mächtigen Maiar von den fünfzehn göttergleichen Valar, den Mächten von Arda.
Zunächst formten die Valar und Maiar die groben Umrisse der Welt, doch ein Streit zwischen den Valar beeinträchtigte ihr Werk. Aber im Laufe der Zeit entstand auf einer Insel inmitten eines riesigen Sees auf Mittelerde das erste Reich der Valar, das Almaren genannt wurde, und die ganze Welt wurde von zwei Leuchten erhellt, die im Noren und im Süden von Almaren standen. Doch dann erhob sich einer der Valar gegen die anderen, zerstörte die Großen Leuchten und vernichtete Almaren mit seinen herrlichen Gärten.
So verließen die Valar Mittelerde und zogen in den Westen auf den Kontinent Aman, wo sie ihr zweites Reich errichteten, das noch prächtiger war als das erste. Valinor wurde dieses Reich genannt, und seine Hauptstadt mit ihren vielen Kuppeln, Glocken und gewaltigen Hallen hieß Valimar. Die Bäume der Valar erhellten zu dieser Zeit ganz Aman mit ihrem goldenen und silbernen Ewigen Licht.
Der Herrscher der Valar war Manwe, der Herr der Winde, der auf dem höchsten Berg von Arda, dem Taniquetil, wohnte. Ihm war ganz Arda untertan, doch sein liebstes Element war die Luft, und deshalb wurde er Súlima genannt, der "Herr des Atems von Arda". Er saß, in azurne Gewänder gekleidet, auf einem reich verzierten Thron, sein aus Saphiren geschnittenes Zepter in der Hand. Auch seine Augen waren wie Saphire, aber heller als diese und furchteinflößend wie ein Blitz. Manwe sah alles, was auf der Erde geschah.
Mit ihm herrschte in den Hallen von Ilmarin, der "Wohnung der Hohen Lüfte", die Königin der Valar, seine Gemahlin Varda, die Herrin der Gestirne, auf deren Antlitz noch das Licht Ilúvatars leuchtete. Varda schuf die Sterne, und deshalb nannten die Elben sie Elentári oder Elbereth, die "Sternenkönigin". Von allen Valar schlossen die Elben Varda am tiefsten ins Herz, denn es waren ihre Sterne, die sie ins Leben riefen, und ein Teil dieses Lichts liegt immer noch in ihren Augen. Die Elben preisen sie um dieser Tat willen in ihren Liedern und Gedichten, in denen sie oft Tintalle, "Die Entzünderin", genannt wird.
Der nach Manwe Höchste der Valar war Ulmo, dessen Element das Wasser war. Er war der Herr der Meere, den alle Seeleute kannten und den die Zwerge und Orks fürchteten. Gewöhnlich lebte er gestaltlos in seiner tiefen Wasserwelt, oft aber erhob er sich in einer hohen Flutwelle. Sein Helm wurde von Wogen gekrönt, und seine Rüstung war smaragdgrün und silbern. Er verkündete seine Ankunft mit dem von dem Maia Salmar geschliffenen weißen Muschelhörnern Ulumúri. Doch seine Gestalt war nicht immer furchteinflößend, denn er zeigte sich auch im Regen des Frühlings und in den Brunnen, im Plätschern der Bäche und Flüsse, im Rauschen der Ströme und in den Gezeiten des Meeres.
Yavanna schenkte der Welt Nahrung, und ihre Name bedeutet "Spenderin der Früchte". Doch war sie auch als Kementári bekannt, die "Königin der Erde". Sie nahm viele Gestalten an, aber oft erschien sie hoch aufragend wie eine Zypresse, von goldenem Tau leuchtend und in grüne Gewänder gehüllt. Alle, welche die Früchte der Erde liebten, liebten auch Yavanna. Sie war die Kraft, welche die Blume zum Blühen brachte, und die ersten Samen der Olvar der Welt wurden von ihr ersonnen und gepflanzt.
Ihr Gemahl, mit dem sie das Element der Erde teilte, war Aule der Schmied, der Erschaffer der Berge, der Erfinder der Metalle und Edelsteine und der Meister aller handwerklichen Fertigkeiten. Von den Zwergen wurde er Mahal, der "Macher", genannt, denn er war es, der dieses Volk aus Erde und Stein schuf. Er war es auch, der die Leuchten der Valar schmiedete und die Schiffe baute, welche das Licht der Sonne und des Mondes trugen.
Tiefer noch als die Wohnung Aules lagen die Hallen Mandos - das Haus der Toten im Westen der Unsterblichen Lande, wo Ekkaia, das Umzingelnde Meer, an das Ufer schlug. Hier lebte der Vala Náma, der jedoch von allen Mandos, der Schicksalsrichter, genannt wurde.
Unweit des Hauses der Toten an der Westküste wohne Mandos Schwester Nienna, die Klagerin. Sie war in Trauerkleider gehüllt, Tränen flossen über ihr Gesicht, und ihr Haus stand vor den Wällen der Nacht. Doch obgleich sie den Gram kannte, war es nicht Verzweiflung, sondern Mitleid un Trauer, was sie verkörperte, und aus den Tränen, die sie weinte, wurde vieles geboren, was Leben erhielt.
In den südlichen Regionen von Valinor lagen die schönen Wälder, in denen Orome lebte, der Jäger und Zähmer wilder Tiere. Alle Reitervölker liebten ihn, ebenso die Jäger, Hirten und Waldbewohner.
Diese acht Valar wurden die Aratar genannt, die mächtigsten ihres Geschlechts in den Sphären der Welt. Doch es gab noch sechs weitere und einen, der sich dem Bösen zuwandte und deshalb als letzter genannt wird.
Diejenigen, die nach ewiger Jugend trachteten, verehrten Vána, die Gemahlin Oromes und jüngere Schwester Yavannas. Vána bedeutet "Die Ewigjunge", sie besaß Gärten mit leuchtenden Blumen, und nichts liebte sie so sehr wie die Blüten der Blumen und den Gesang der Vögel.
Nessa die Tänzerin war Oromes Schwester. Sie hatte die flinken Geschöpfe der Wälder in ihr Herz geschlossen, die gerne zu ihr kamen, denn sie war selbst ein unruhiger Geist, der unablässig auf dem grünen, nie verwelkenden Gras von Valinor tanzte.
Nessas Gemahl war Tulkas der Starke, der als letzter Valar Arda betrat. Er wurde der Ringer und Astaldo, "Der Tapfere", genannt. Er war der kräftigste aller Valar, schnell und unermüdlich, mit goldenem Haar und goldenem Bart. Selbst im Krieg trug er keine Waffen, denn durch seine bloße Stärke und seinen Mut überwandt er alle Feinde.
Der Bruder Mandos war Lórien, der Herr der Träume. Wie Mandos wurde er nach seinem Wohnsitz - dem schönsten Garten auf Arda - benannt. Sein wirklicher Name war Irmo, aber jeder kannte ihn als Lórien, den König der Träume und Visionen.
In den herrlichen Gärten von Lórien lag der See Lórellin mit einer in Nebel gehüllten und von hohen Bäumen bewachsenen Insel. Hier lebte Este die Heilerin. Sie trug einen grauen Mantel und gewährte jedem, der danach verlangte, Ruhe. Sie wurde von allen gepriesen, doch ihre Gaben wurden am stärksten von denen begehrt, die tief litten.
Die Vala Vaire war die Gemahlin Mandos und wurde die Weberin genannt. In den Hallen ihres Gatten webte sie unaufhörlich einen Teppich, dessen Muster Geschehnisse bildeten, die erst viel später eintraten.
Der letzte Vala war einst der mächtigste Ainur überhaupt; sein Name war Melkor, "Der, der in Macht entsteht". Er besaß dieselben Fähigkeiten wie alle Valar, sein Reich jedoch war die Dunkelheit und die Kälte. Seine Festung Utumno und seine Waffenkammer Angband errichtete er tief unter den Bergen von Mittelerde. Auf Arda führte er fünf große Kriege gegen die Valar und löschte das schönste Licht der Welt, indem er die Großen Leuchten und die Bäume der Valar zerstörte. Von den Elben wurde er Morgoth, der "Dunkle Feind", genannt. Dieser Kriegskönig ragte wie ein Turm auf, eine eiserne Krone auf dem Haupt, angetan mit einer schwarzen Rüstung und geschützt durch einen gewaltigen schwarzen Schild. Das Feuer des Bösen brannte in seinen Augen, und sein Gesicht war gezeichnet von Wut und Hass. Doch im Krieg des Zorns wurde seine Macht vernichtet, er allein von allen Valar wurde aus den Sphären der Welt vertrieben und lebt nun für immer in der Leere.

 

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