Kapitel 1

Eine verhängnisvolle Begegnung

Legolas war auf dem Weg nach Thal. Sein Pferd schritt munter aus. Der Elbenprinz freute sich auf das Wiedersehen mit Gimli. Er musste lächeln; es waren erst ein paar Monate vergangen, seit sie sich das letzte Mal gesehen hatten. Nach den langen Wanderungen, dem Ringkrieg und der Besiegung Saurons waren sie so gute Freunde geworden, dass sie sich kaum trennen konnten. Aber es musste sein! Jeder von ihnen wollte so schnell wie möglich nach Hause, um festzustellen, wie viele Mitglieder ihrer Familien den Krieg überstanden hatten, denn auch hier war hart gekämpft worden. Legolas hatte Glück gehabt, seine Familie war noch vollzählig, aber von vielen anderen Elbenfamilien konnte man das nicht sagen! Viele waren gefallen und bei den Zwergen vom Erebor musste es noch schlimmer sein, da diese den Vormarsch von Saurons Heeren über den Norden nach Eriador unbedingt verhindern wollten. Ohne die Zwerge wäre Bruchtal wahrscheinlich zerstört worden und Gondor hätte vielleicht keine Königin bekommen!!!
Legolas hoffte, dass Gimli trotzdem seine Familie unversehrt gefunden habe.
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Während er so dahinritt, hatte der Elb plötzlich das Gefühl beobachtet zu werden. Er hielt an und sah sich um, konnte aber nichts entdecken, was aber nichts heißen musste, denn die Gegend wimmelte nur so von guten
Verstecken.
Legolas wollte gerade weiterreiten, als plötzlich eine Frau vor ihm stand. Er stutzte: Das war doch nicht möglich; er hätte sie sehen müssen! Die Frau war praktisch aus dem Nichts aufgetaucht.
Der Prinz musterte sie verstört. Die Frau war eindeutig ein sehr junger Mensch mit braunen Haaren und sehr seltsamen Augen: Sie waren grau und ein wenig grün mit gelben Sprenkeln. Das einzige was sie am Leib trug, waren ein dunkelrotes Kleid und ein Armband. Es bestand aus mehreren sich windenden Schlangen mit Augen in Blütenform aus grünen Steinen. Sie hielten einen großen sternförmigen Rubin.
Diesen richtete die Fremde nun auf Legolas.
Der Elb hatte sich inzwischen wieder gefasst und wollte die vor ihm Stehende nun fragen, warum sie ihm den Weg vertreten habe. Aber als er in den Stein blickte, konnte er plötzlich kein Wort mehr hervorbringen. Die Welt begann sich zu drehen. Legolas fühlte nur noch, dass er zur Erde stürzte, bevor er das Bewusstsein verlor. So merkte er auch nicht, das er nicht bis zum Erdboden viel, sondern vorher verschwand.
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Legolas bemerkte ein seltsames Licht überall um sich herum. Was für ein seltsamer Traum!
Langsam aber kam ihm die Erkenntnis, dass er zwar noch nicht klar denken konnte, das Licht aber wirklich sah. Das brachte ihn wieder zu sich. Ihm kam nun auch der Gedanke, dass Elben niemals so tief schliefen, er musste also bewusstlos gewesen sein. Aber warum? Und wo war er?
Mühsam richtete er sich auf. er fühlte sich seltsamerweise erschöpft, er konnte sich nicht daran erinnern es jemals zuvor gewesen zu sein. Da musste schon einiges passieren, um einen Elben zu Ermüden oder gar zu Erschöpfen. Die langen Wanderungen und alle Kämpfe, die er durchfochten hatte, hatten es jedenfalls nicht vermocht. Aber langsam kehrte auch seine Kraft zurück und er fühlte sich wieder fit.
Erst jetzt sah er sich um. Der Elb war in einem Gang, aus dessen Wänden das Licht zu kommen schien. es war kein weißes Licht, sondern schimmerte in allen Farben des Regenbogens. Ansonsten konnte er nichts entdecken. Langsam wurde Legolas nervös, aber er schaffte es einen klaren Kopf zu bewahren. „Den brauche ich unbedingt“, sagte er sich mehrmals, was auch klappte. Trotzdem war er völlig ratlos, in welche Richtung er gehen sollte. „Hierzubleiben macht keinen Sinn. Welche Richtung sollte ich nur einschlagen?“ Vielleicht sollte er in die Richtung gehen, zu der er beim aufwachen mit dem Rücken gelegen hatte, es wäre ja möglich, dass er dann zurückkam. Er drehte sich um und versuchte einen Schritt zu tun, aber es ging nicht: Er konnte sich einfach nicht dorthin bewegen, als stünde er vor einer unsichtbaren Wand.
Ängstlich drehte Legolas sich um und probierte es in die andere Richtung. Gott sei Dank- es ging! Die Frage war nur :Wohin?
Lange, lange Zeit marschierte der Elb durch den Gang. Mit der Zeit wurde seine Hoffnung immer geringer, je einen Ausgang zu finden. Es war ihm unmöglich die Zeit zu schätzen und wie lange er bewusstlos gewesen war, wußte er erst recht nicht. Auch daran, wie er hierher gekommen war, erinnerte er sich zunächst nicht. Aber nach einer Ewigkeit, wie es ihm schien, veränderte sich das Licht langsam: Die Farben vereinigten sich allmählich, bis nur noch klares, weißes Licht den Gang erhellte.
Jetzt glaubte Legolas weit vor sich ein Rechteck zu sehen, dass heller war, als der Rest des Ganges. Als er näher kam, merkte er, dass er sich nicht getäuscht hatte. Er jubelte innerlich: Vielleicht war das der Ausgang!
Endlich hatte der Elb das Rechteck erreicht. Ein durchsichtiger Schleier bewegte sich sanft im Wind und dahinter sah er eine unglaubliche Welt, wie er sie nie für möglich gehalten hatte: große Häuser säumten einen Weg, der schwärzlich glitzerte, seltsame bunte Wesen, deren Füße Rund waren und rollten wie Räder, bewegten sich auf dem Weg. An jeder Seite des Weges waren noch Plattenwege. Darauf bewegten sich viele seltsam gekleidete Menschen. Außerdem sah er viele Dinge, die er nicht erkennen konnte, oder auch einfach nicht kannte. Dazwischen nur wenige Bäume, die man in Zäunen eingesperrt hatte!!!
Legolas glaubte wieder ohnmächtig werden zu müssen, aber er schaffte es die Schwärze zu überwinden. Er sammelte allen Mut und berührte vorsichtig den Schleier. Sofort zerbrach dieser und der Gang verschwand. Er stand mitten in dieser seltsamen Welt. Er merkte kaum, dass viele Leute ihn neugierig anstarrten...

 

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