Eine verhängnisvolle Begegnung
Legolas war auf dem Weg nach Thal. Sein
Pferd schritt munter aus. Der Elbenprinz freute sich auf
das Wiedersehen mit Gimli. Er musste lächeln; es
waren erst ein paar Monate vergangen, seit sie sich das
letzte Mal gesehen hatten. Nach den langen Wanderungen,
dem Ringkrieg und der Besiegung Saurons waren sie so gute
Freunde geworden, dass sie sich kaum trennen konnten.
Aber es musste sein! Jeder von ihnen wollte so schnell
wie möglich nach Hause, um festzustellen, wie viele
Mitglieder ihrer Familien den Krieg überstanden hatten,
denn auch hier war hart gekämpft worden. Legolas
hatte Glück gehabt, seine Familie war noch vollzählig,
aber von vielen anderen Elbenfamilien konnte man das nicht
sagen! Viele waren gefallen und bei den Zwergen vom Erebor
musste es noch schlimmer sein, da diese den Vormarsch
von Saurons Heeren über den Norden nach Eriador unbedingt
verhindern wollten. Ohne die Zwerge wäre Bruchtal
wahrscheinlich zerstört worden und Gondor hätte
vielleicht keine Königin bekommen!!!
Legolas hoffte, dass Gimli trotzdem seine Familie unversehrt
gefunden habe.
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Während er so dahinritt, hatte der Elb plötzlich
das Gefühl beobachtet zu werden. Er hielt an und
sah sich um, konnte aber nichts entdecken, was aber nichts
heißen musste, denn die Gegend wimmelte nur so von
guten
Verstecken.
Legolas wollte gerade weiterreiten, als plötzlich
eine Frau vor ihm stand. Er stutzte: Das war doch nicht
möglich; er hätte sie sehen müssen! Die
Frau war praktisch aus dem Nichts aufgetaucht.
Der Prinz musterte sie verstört. Die Frau war eindeutig
ein sehr junger Mensch mit braunen Haaren und sehr seltsamen
Augen: Sie waren grau und ein wenig grün mit gelben
Sprenkeln. Das einzige was sie am Leib trug, waren ein
dunkelrotes Kleid und ein Armband. Es bestand aus mehreren
sich windenden Schlangen mit Augen in Blütenform
aus grünen Steinen. Sie hielten einen großen
sternförmigen Rubin.
Diesen richtete die Fremde nun auf Legolas.
Der Elb hatte sich inzwischen wieder gefasst und wollte
die vor ihm Stehende nun fragen, warum sie ihm den Weg
vertreten habe. Aber als er in den Stein blickte, konnte
er plötzlich kein Wort mehr hervorbringen. Die Welt
begann sich zu drehen. Legolas fühlte nur noch, dass
er zur Erde stürzte, bevor er das Bewusstsein verlor.
So merkte er auch nicht, das er nicht bis zum Erdboden
viel, sondern vorher verschwand.
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Legolas bemerkte ein seltsames Licht überall um sich
herum. Was für ein seltsamer Traum!
Langsam aber kam ihm die Erkenntnis, dass er zwar noch
nicht klar denken konnte, das Licht aber wirklich sah.
Das brachte ihn wieder zu sich. Ihm kam nun auch der Gedanke,
dass Elben niemals so tief schliefen, er musste also bewusstlos
gewesen sein. Aber warum? Und wo war er?
Mühsam richtete er sich auf. er fühlte sich
seltsamerweise erschöpft, er konnte sich nicht daran
erinnern es jemals zuvor gewesen zu sein. Da musste schon
einiges passieren, um einen Elben zu Ermüden oder
gar zu Erschöpfen. Die langen Wanderungen und alle
Kämpfe, die er durchfochten hatte, hatten es jedenfalls
nicht vermocht. Aber langsam kehrte auch seine Kraft zurück
und er fühlte sich wieder fit.
Erst jetzt sah er sich um. Der Elb war in einem Gang,
aus dessen Wänden das Licht zu kommen schien. es
war kein weißes Licht, sondern schimmerte in allen
Farben des Regenbogens. Ansonsten konnte er nichts entdecken.
Langsam wurde Legolas nervös, aber er schaffte es
einen klaren Kopf zu bewahren. „Den brauche ich
unbedingt“, sagte er sich mehrmals, was auch klappte.
Trotzdem war er völlig ratlos, in welche Richtung
er gehen sollte. „Hierzubleiben macht keinen Sinn.
Welche Richtung sollte ich nur einschlagen?“ Vielleicht
sollte er in die Richtung gehen, zu der er beim aufwachen
mit dem Rücken gelegen hatte, es wäre ja möglich,
dass er dann zurückkam. Er drehte sich um und versuchte
einen Schritt zu tun, aber es ging nicht: Er konnte sich
einfach nicht dorthin bewegen, als stünde er vor
einer unsichtbaren Wand.
Ängstlich drehte Legolas sich um und probierte es
in die andere Richtung. Gott sei Dank- es ging! Die Frage
war nur :Wohin?
Lange, lange Zeit marschierte der Elb durch den Gang.
Mit der Zeit wurde seine Hoffnung immer geringer, je einen
Ausgang zu finden. Es war ihm unmöglich die Zeit
zu schätzen und wie lange er bewusstlos gewesen war,
wußte er erst recht nicht. Auch daran, wie er hierher
gekommen war, erinnerte er sich zunächst nicht. Aber
nach einer Ewigkeit, wie es ihm schien, veränderte
sich das Licht langsam: Die Farben vereinigten sich allmählich,
bis nur noch klares, weißes Licht den Gang erhellte.
Jetzt glaubte Legolas weit vor sich ein Rechteck zu sehen,
dass heller war, als der Rest des Ganges. Als er näher
kam, merkte er, dass er sich nicht getäuscht hatte.
Er jubelte innerlich: Vielleicht war das der Ausgang!
Endlich hatte der Elb das Rechteck erreicht. Ein durchsichtiger
Schleier bewegte sich sanft im Wind und dahinter sah er
eine unglaubliche Welt, wie er sie nie für möglich
gehalten hatte: große Häuser säumten einen
Weg, der schwärzlich glitzerte, seltsame bunte Wesen,
deren Füße Rund waren und rollten wie Räder,
bewegten sich auf dem Weg. An jeder Seite des Weges waren
noch Plattenwege. Darauf bewegten sich viele seltsam gekleidete
Menschen. Außerdem sah er viele Dinge, die er nicht
erkennen konnte, oder auch einfach nicht kannte. Dazwischen
nur wenige Bäume, die man in Zäunen eingesperrt
hatte!!!
Legolas glaubte wieder ohnmächtig werden zu müssen,
aber er schaffte es die Schwärze zu überwinden.
Er sammelte allen Mut und berührte vorsichtig den
Schleier. Sofort zerbrach dieser und der Gang verschwand.
Er stand mitten in dieser seltsamen Welt. Er merkte kaum,
dass viele Leute ihn neugierig anstarrten...
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