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Kapitel 19
Der Kampf
Aiko stand Aragorn gegenüber.
Dieser spannte seinen Bogen und schoß einen Pfeil
ab. Der vermeintliche Ork machte eine Geste: Der Pfeil
zerbrach in der Luft und fiel zu Boden. Aragorn stutzte.
Das war auf jeden Fall kein gewöhnlicher Ork! Doch
wie war das möglich? Er hatte noch nie davon gehört,
daß es unter diesen widerlichen Kreaturen welche
mit magischen Fähigkeiten gab. Dennoch, er mußte
ein Magier sein. Das erklärte auch, warum er keine
Waffen trug. Jedenfalls war der Bogen völlig nutzlos!
Der Mann ließ ihn fallen, zog sein Schwert und
stürmte auf den Ork ein. Erst im letzten Augenblick
sprang das Geschöpf zur Seite und vollführte
eine elegante Rolle, um wieder auf die Beine zu kommen.
(Wir erinnern uns, daß Aiko Legolas im 2. Kapitel
mit Karate gedroht hat. Das war keine leere Drohung,
sie betreibt diesen Sport schon seit 8 Jahren und besitzt
den schwarzen Gürtel!) Aragorn stutzte wieder einen
Moment, bevor er erneut angriff, da dies schon eine
sehr ungewöhnliche Bewegung für einen Ork
war. Doch auch beim nächsten Angriff wich sein
Gegner auf die selbe Weise aus. Der ehemalige Waldläufer
erkannte, daß er so nicht weiter kam und änderte
sofort seine Taktik. Er tat, als wolle er wieder auf
den Ork einstürmen, doch dann machte er ebenfalls
eine Bewegung in die Richtung, in die sich sein Gegner
neigte, und holte aus um dem Ork den Kopf abzuschlagen.
Aiko reagierte blitzschnell: Sie ließ sich auf
den Boden fallen, so daß Aragorn ins leere schlug,
dann erschuf sie einen Abwehrzauber, der den nächsten
Schlag von ihr ablenkte. Der Stahl traf Millimeter neben
ihr den Boden und hinterließ eine tiefe Furche.
Das Mädchen überlegte fieberhaft: Der König
war ein stärkerer Gegner, als sie erwartet hatte.
Zwar war sie sicher, daß sie nicht unterliegen
konnte, aber dieses lange Hin und Her machte sicher
keinen guten Eindruck. Ob sie den Schwebezauber anwenden
sollte? Leider hatte sie ihn bisher nur an Gegenständen
ausprobiert. Nun ja, gleich würde sie wissen, ob
er auch bei Lebewesen funktionierte! Doch zuerst legte
sie den Zauber über das Schwert, Aragorn versuchte
es festzuhalten, aber er hatte keine Chance und so schwebte
es bald an der Decke. Zufällig stand er gerade
an der selben Stelle, wo er vorhin den Bogen hatte fallen
lassen. Er griff nach diesem, im selben Moment jedoch
verlor er den Boden unter den Füßen, während
das Schwert neben ihm klirrend zu Boden fiel. Er erschrak
fürchterlich, faste sich aber und spannte den Bogen.
Doch die Bewegungen in der Luft fielen ihm schwer, sie
waren langsamer als normal und so konnte Aiko ihm leicht
die Waffe aus der Hand schlagen, bevor er den Pfeil
abschießen konnte. Jetzt ließ das Mädchen
ihn an die Wand schweben. Erstaunt merkte sie, daß
sie Aragorn bewegen konnte, ganz wie sie wollte. Sie
hatte eine völlige Kontrolle über seinen Körper.
Sie drückte ihn leicht gegen die Wand und spreizte
seine Arme und Beine weit ab, dann winkte sie hinauf
zu den Zuschauern. Sie sah wie diese klatschten, hören
konnte sie sie durch die Scheibe nicht. Modo nickte
ihr lächelnd zu, während Leandhra auf und
ab hüpfte vor Freude. Fea verschwand vom Fenster.
Dann öffnete sich die Tür und Fea kam mit
4 der nicht- magischen Diener herein, die unten am Eingang
des Raumes gewartet hatten, da für sie der Anblick
der Prüfung verboten war. Diese konnten Aragorn
tatsächlich ohne Probleme einsammeln und fesseln.
Sie führten ihn aus dem Raum und die Treppe hinauf,
Aiko und Leandhra folgten.
Kaum waren sie oben angekommen, als der Zauber, der
Aiko eine andere Gestalt in Aragorns Augen gegeben hatte,
verschwand. Der sonst so beherrschte, ruhige Mann starrte
sie mit großen Augen an, ohne ein Wort hervorbringen
zu können. Er war einfach fassungslos, da er das
Mädchen nach Gandalfs Beschreibung leicht erkannte.
Das war nicht möglich! Er und seine Freunde hatten
so viele Gefahren auf sich genommen, Legolas, Gimli
und Merry lagen, wie er glaubte, in tiefstem Schlaf,
und er war gefangen! Und das alles für eine junge
Göre, die bei erster Gelegenheit mit den Feinden
gemeinsame Sache machte! Doch dann merkte Aragorn, daß
Modo sich mit einem hämischen Grinsen an seinem
Zustand weidete. Schnell wurde sein Gesichtsausdruck
wieder gleichgültig, auch wenn es ihn einige Mühe
kostete und er von Zeit zu Zeit verdächtig mit
einem Mundwinkel zuckte.
Der Magier wandte sich nun zu Aiko, der alle die Hände
schüttelten, so daß niemand seine vorübergehende
Ablenkung bemerkt hatte. Modo schob sich zwischen die
Anderen, umarmte das Mädchen und verkündete
strahlend: „Aiko hat ihre Prüfung bestens
bestanden. Sie hat nun offiziell das Recht sich Hexe
und Magierin zu nennen. Jetzt soll eine große
Feier stattfinden, bei der Aiko in unseren Kreis aufgenommen
werden wird. Folge mir, meine junge Hexe, es ist alles
vorbereitet.“
Damit führte er sie den Gang zurück bis zur
Letzten der vielen kleinen Abzweigungen des Ganges,
in die sie jetzt einbogen. Am Ende von dieser war eine
große, für den grob behauenen Gang erstaunlich
große und prachtvolle Tür; sie war aus Kirschholz
gefertigt und verziert mit edler Silber- und Goldschmiedearbeit:
Riesige Silberne Schlangen mit Smaragden als Augen wanden
sich um mächtige, goldene Apfelbäume und ein
Adler, der aus beiden Metallen gefertigt war und funkelnde
Saphire als Augen hatte, kreiste über dem Ganzen.
Unten im goldenen Gras perlten silberne Tautropfen und
eine kleine Maus war auf der Suche nach Futter, während
über ihr ein prächtiger Hirsch sein großes
Geweih stolz empor reckte. Die Tür schwang von
allein auf und gab den Blick auf einen großen
Saal frei, in dem eine prächtige Tafel stand. Da
die nicht- magischen Diener ja nicht bei der Prüfung
zusehen durften, hatten sie sich alle bis auf Feas 4
Helfer um den Festsaal und das Essen gekümmert.
Aiko staunte: Die Wände waren mit golden Tüchern
behängt auf denen Juwelen glitzerten, über
die Tafel war ein silbernes Tuch gebreitet, worauf goldenes
Geschirr stand, auf riesigen Platten lagen Bratenstücke,
daneben dampften große Terrinen mit Suppe, es
gab weiterhin Teller mit Hähnchenschlegeln, Käseplatten
und noch viele andere Köstlichkeiten, außerdem
standen auf einem zusätzlichen Tisch hinten an
der Wand Schüsseln mit den herrlichsten Süßspeisen
und exotischem Obst, das extra von Leandhra aus der
anderen Welt geholt und den meisten Leuten hier völlig
unbekannt war.
„Schau zur Decke“, flüsterte Leandhra.
Aiko blickte hoch und sah, daß sich über
allem ein Band aus allen Farben des Regenbogens wand.
Modo bemerkte es: „Das ist eine Überraschung
von deiner Freundin. Es enthält ein Feuerwerk,
das nach dem Essen abgeschossen werden soll.“
Das Mädchen strahlte, was Leandhra anscheinend
äußerst schmeichelte.
Alle begaben sich zur Tafel und setzten sich. Auch die
nicht- magischen Diener nahmen an dem Festmahl teil,
nur schenkten immer zwei von ihnen Wein aus, wobei sie
sich natürlich regelmäßig ablösten.
Aragorn war einfach mitgenommen worden und wurde nun
am anderen Ende des Tisches von Aiko aus gesehen an
einen Stuhl gefesselt. Modo warf ihm einen höhnischen
Blick zu. Zuzusehen, wie seine Feinde feierten, war
bestimmt nicht sehr lustig. Aiko hätte sich gewünscht,
daß sie ihm eine Hand freigeben würden, damit
er essen könne. Dann sagte sie sich jedoch, daß
Aragorn dennoch nichts genossen hätte, er war einfach
zu stolz. Daher bat sie auch nicht für ihn, beschloß
aber ihm später etwas zu bringen, falls sie zu
ihm durfte.
Das Speisen verlief äußerst fröhlich,
der aus Kristallkaraffen eingeschenkte Wein sorgte für
eine ausgelassene Stimmung. Nach dem Essen, das einige
Stunden in Anspruch nahm, erhob sich Modo, um eine Rede
zu halten: „Meine lieben Freunde (er war schon
leicht angetrunken), wir sind heute hier versammelt,
um Aikos Sieg zu feiern. Wir sollten dabei aber nicht
den übernächsten Tag vergessen. Übermorgen
wird unser größter Triumph seinen Anfang
nehmen. Aiko und Leandhra werden überlegene Waffen
aus der anderen Welt holen, die uns unbesiegbar machen.
Damit werden wir das Heer, das in Rohan gegen uns aufgestellt
wird, mit Leichtigkeit bis auf den letzten Mann vernichten.
Danach wird uns niemand mehr aufhalten können!“
Laute Jubelrufe und Klatschen unterbrachen ihn. Endlich
verebbte der Applaus und er konnte fortfahren: „Nach
dem Sieg über das Heer werden wir zunächst
die Völker von Rohan und Gondor gegen ihre Fürsten
aufhetzen. Ich habe bereits gute Kontakte zu wichtigen
Personen in den betreffenden Ländern. Diese werden
uns helfen, so daß unser Plan nur Erfolg haben
kann. Danach werden wir uns nach Thal wenden und dort
ebenfalls solche Kontakte knüpfen. Anschließend
gehen wir, denke ich, erst mal auf ‚Elbenjagd‘
in Düsterwald, bevor wir uns um Eriador kümmern.“
Erneute Jubelrufe unterbrachen ihn. Als es wieder ruhig
wurde, wandte sich Modo zu dem Mädchen: „Da
dieses Ereignis Übermorgen für uns ein sehr
wichtiges ist, möchte ich Aiko sofort den Eid abnehmen,
damit sie ganz zu uns gehört. Steh auf und hebe
die rechte Hand“, befahl er und das Mädchen
gehorchte, „Sprich mir nach: Ich schwöre,
daß ich für den Rest meines Lebens dem Magier
Modo gehorche und die Regeln beachte, die die Aufnahme
in diese Gemeinschaft mit sich bringen. Ich schwöre
bei meiner Ehre, daß ich die Gemeinschaft niemals
betrügen werde.“ Bei ihrem letzten Wort begannen
alle noch lauter zu jubeln als bei den ersten beiden
Malen. Viele standen auf, um Aiko die Hand zu schütteln
und sie zu Beglückwünschen. Endlich beruhigten
sich die Leute wieder und Leandhra konnte mit dem Feuerwerk
beginnen. Es war ein prächtiges Schauspiel, wenn
auch sicher nicht so großartig wie Gandalfs Feuerwerke.
Jedenfalls dachte sich das Mädchen das im Stillen,
dennoch strahlte sie ihre Freundin an und beteuerte,
daß es auf keinen Fall ein schöneres Feuerwerk
geben könne.
Zum Abschluß des Festes wurde jeder Kelch noch
einmal bis zum Rand gefüllt und von allen in einem
Zug geleert. Für Aiko war es erst der zweite Kelch
Wein, sie mochte es nicht besonders betrunken zu sein,
sondern behielt lieber einen klaren Kopf. Schließlich
löste Modo die Versammlung auf. Er stellte jedoch
noch 2 kleine Fässer Wein für eine anschließende
private Feier der Hexen und Hexer im Turm zur Verfügung.
Diese standen sofort begeistert auf und strebten dem
Orthanc zu, die nicht- magischen Diener begannen aufzuräumen.
Nur Aiko blieb bei Modo, der sich hier noch einen Schluck
Wein genehmigte, an der Tafel zurück. Sie trat
zu dem Schwarzmagier und begann leicht verlegen: „Meister,
ich hätte eine kleine Bitte. Der König hat
doch sozusagen mit geholfen bei meiner Prüfung
und ich habe so gute Laune, daß ich ihn ungern
so sehe. Könntet ihr ihm nicht etwas von den Resten
des Mahls geben lassen?“
Modo verstand ihre Bitte anscheinend falsch. Er kannte
kein Mitleid, nur kalte Berechnung. „Du brauchst
nicht so schüchtern zu tun. Ich werde dir Essen
nebst dem Mann herauf schaffen lassen. Du hast dir schließlich
eine kleine Belohnung verdient.“ Bei diesen Worten
grinste er anzüglich, dann fügte er noch hinzu:
„Geh in dein Zimmer. In einer halben Stunde wird
er kommen. Ich kann dich wohl ruhig mit ihm alleine
lassen. Wirst schon mit ihm fertig werden, was?“
Aiko grinste frech und antwortete: „Klar!“
Als sie ging, bemerkte sie die Blicke, die Aragorn ihr
zuwarf. Offenbar hatte der scharfsinnige Mann das ganze
Gespräch verstanden, obwohl etwa 8 Meter Abstand
zwischen ihnen gewesen waren und sie leise gesprochen
hatten, während die Diener lärmend aufräumten.
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Aragorn wurde in Aikos Zimmer geführt. Die Diener
stellten Essen, 2 Teller, Gläser und eine Karaffe
Wein auf ihren Tisch, dann verschwanden sie. Erst jetzt
drehte sich die junge Frau zu dem Mann um. Sie maßen
sich eine Weile mit Blicken, dann zog Aiko ein Messer
heraus und zerschnitt die Fesseln. „Setzt euch
doch“, sagte sie und deutete auf einen Stuhl.
Zu ihrem Erstaunen setzte sich Aragorn ohne Widerrede,
sah sie aber mit einem undefinierbaren Blick an und
verschränkte die Arme vor der Brust.
„Ihr wollt jetzt wohl eine Erklärung von
mir?!“ meinte Aiko leicht nervös.
„Erklärung? Wir haben alle unsere Kräfte
aufgeboten und unsere Freunde und meine Verwandten auf
eine gefährliche Suche geschickt, ich bin hier
gefangen und das alles nur um dir zu Helfen! Und du?
Du machst gemeinsame Sache mit unseren Feinden! Deine
Erklärung kannst du dir sparen.“
„Ich würde sie mir trotzdem anhören.
Aber erst solltet ihr etwas essen, die Speisen werden
sonst kalt.“
„Ich verzichte auf dein Gnadenmahl...“
„Ihr dürft nicht glauben, was Modo gemeint
hat. In gewissen Dingen ist er recht beschränkt
und dazu war er heute noch leicht vom Wein benebelt.“
„Was wollt ihr dann von mir?“ fragte Aragorn
mit einem Stirnrunzeln.
„Eigentlich hatte ich nur Mitleid mit euch und
wollte, daß ihr etwas zu Essen bekommt. Aber so
ist es mir auch recht. Er hat mir alle Trümpfe
in die Hand gespielt.“
Der König betrachtete sie forschend: „Wie
meinst du das?“
„Eßt zuerst etwas. Sonst werde ich euch
nichts sagen. Ich nehme an, der Kampf vorhin hat euch
erschöpft.“
Als der Mann sich nicht rührte, füllte sie
ihm eigenhändig den Teller und goß auch Wein
ein. Zögernd griff Aragorn zur Gabel und begann
zu essen, einfach um ein bißchen Nachdenken zu
können. Er wurde aus Aiko nicht klug. Redete sie
nur so um ihn zum gehorchen zu bringen, oder meinte
sie es ernst? Er konnte sich kaum vorstellen, daß
sie diesen Modo überlistet haben sollte. Und was
konnte sie in ihrer Situation überhaupt tun?
Das Essen zog sich hin, da Aragorn möglichst viel
Zeit gewinnen wollte. Endlich legte er das Besteck weg
und goß sich noch ein Glas Wein ein: „Nun?“
Es klang sehr herausfordernd.
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie schwierig
es ist, den Kampf einer Hexe zu beschreiben ohne daß
es klingt als hätte man bei Harry Potter geklaut!!!
Nach unzähligen verschiedenen Fassungen dieses
Kapitels kam ich zu der Ansicht, daß es ein riiiiiesen
Fehler war die Bücher von J. K. Rowling zu lesen,
man könnte es auch als einen Fluch bezeichnen,
denn sonst wäre mir das logischerweise nicht aufgefallen
und ich hätte mir viel Arbeit gespart. ;)
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