Kapitel 26

Fesselzauber

Als Aiko aufwachte, sah sie als erstes Leandhra, die sich über sie beugte.
„Hast du schlimme Kopfschmerzen?“
Aiko antwortete nicht, da sie zu beschäftigt damit war, herauszufinden, was passiert war. Hatte wirklich Legolas sie niedergeschlagen? Leandhra verschwand kurz aus ihrem Blickfeld und Aiko versuchte sofort die Fesseln zu öffnen.
Die Hexe kam zurück: „Das kannst du ruhig bleiben lassen. Die Fesseln enthalten Magie. Sie absorbieren auch jegliche Zauber, falls du versuchen willst, dich auf diese Weise zu befreien.“
„Was habt ihr mit Legolas gemacht?“
Die Hexe mußte lächeln: „Oh, der. Keine Sorge, es geht ihm gut. Er ist im Moment nur nicht im Besitz seiner geistigen Kräfte.“
„Was?“
„Du weißt ja, daß alle Hexen eine besondere Fähigkeit haben. Nun, Feas Begabung heißt Fesselzauber. Eigentlich kann man es sogar 2 Begabungen nennen. Sie geht nicht nur ausgezeichnet mit Seilen um, sie kann auch den Geist einer Person fesseln. Legolas ist praktisch an sie gekettet und muß tun, was sie sagt, bis sie ihn freigibt.“
Entsetzlich! Aiko wurde schwarz vor Augen. Was sollte sie nur tun? Jetzt kamen Fea und Legolas zu ihnen. Da es immer noch schneite, hatten sie Aiko in die Höhle getragen und die Zwei hatten eben geschaut, wie die Lage draußen war.
Fea setzte sich mit saurer Miene ans Feuer, der Elb blieb hinter ihr stehen. Aiko glaubte in seinen Augen Verzweiflung zu entdecken, anscheinend war er in Feas Bann, bekam aber noch genau mit, was mit ihm geschah. Es mußte schlimm sein, als wäre man in seinem eigenen Körper eingesperrt. Aiko erschauerte. Sie hätte ihn gern getröstet, aber er warf keinen Blick zu ihr hinüber, sondern starrte zu Boden.
Dann wurde das Mädchen von Fea abgelenkt, die einen Moment mißmutig den Flammen zugesehen hatte und nun zu sprechen begann: „Ich habe schlechte Neuigkeiten. Modo hat ein bißchen übertrieben. Wir sind eingeschneit.“
„Das kann doch nicht wahr sein!“
„Leider doch. Wir sitzen hier fest.“
„Oben in der kleinen Höhle liegt ein paar Skier.“
„Ein paar was?“ fragte Fea verständnislos.
„Skier. Ein Ski ist so eine Art Schneeschuh. Einer von uns muß zu Modo fahren und Hilfe holen. Schade, das es nicht 2 Paare sind. Dann könnten wir hier verschwinden. Der Elb kann auf Schnee laufen und er könnte auch Aiko tragen.“
„Wir können’s nicht ändern. Ich schlage vor, daß du diese... Schier nimmst und dich auf den Weg machst. Ich kenne mich mit so etwas nicht aus. Außerdem habe ich den Elbenprinzen als zusätzliche Wache. Du müßtest allein zurück bleiben, da ich den Zauber nur auf etwa 100 Meter aufrecht erhalten kann.“
So war es abgemacht. Leandhra holte die Skier und fand auch die Stöcke dazu. Schnell schnallte sie sich die Bretter unter die Füße und fuhr los. Draußen tanzten immer noch die Schneeflocken im Wind.
Eigentlich war es keine schlechte Idee von Modo, sich hier so nah an Bruchtal einzunisten, in dieser Gegend würde niemand nach ihm suchen. Natürlich war die Nachbarschaft zu den Elben nicht ungefährlich, aber Modo hatte keine Angst, entdeckt zu werden, da die Elben sich im Gebirge ausschließlich auf den alten Pfaden bewegten. Es gab hier wilde Tiere, doch noch viel gefährlicher waren die vielen Sümpfe, die man manchmal erst als solche erkannte, wenn man hinein geriet und im Morast versank. Modo hatte sich in einem Tal eingerichtet, in daß er einen geheimen verschlungenen Pfad kannte, der um alle Sumpflöcher herum führte. Um das Verlassen seines Verstecks bei Schnee zu ermöglichen, hielt er sich ein ganzes Rudel Hunde, die Schlitten ziehen konnten. Daher wußten die beiden Frauen, daß Hilfe möglich war.
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Sobald Leandhra fort war, wies Fea Legolas an, sich im Höhleneingang zu postieren und Wache zu halten, denn ihnen konnte hier Gefahr drohen. Die Höhle lag schließlich an einem alten Pfad, den auch die Elben von Bruchtal benutzten. Sie selbst setzte sich ans wärmende Feuer. Die Stunden vergingen nur langsam, doch die Hexe wußte, daß Hilfe noch nicht in Sicht war, auch wenn sie die Schnelligkeit der Skier nicht beurteilen konnte, denn zu Modos Versteck war es eine ganze Strecke. Warum mußten die Minuten so kriechen? Sie wurde immer ungeduldiger und begann in der Höhle auf und ab zu schreiten. Aikos Augen folgten ihr dabei unausgesetzt, was sie immer gereizter machte. Nervös blickte sie auf die Uhr, die Leandhra ihr geschenkt hatte. Fünf Stunden waren inzwischen vergangen. Mit einem Hundeschlitten brauchte man für hin und zurück etwa sechs Stunden und die – wie hießen die Dinger noch mal? – waren wohl doch nicht ganz so schnell wie ein Schlitten. „Zwei Stunden brauchen sie bestimmt noch, wahrscheinlich noch länger“, sagte sie leise zu sich selbst.
„Fängst du schon an, Selbstgespräche zu führen?“
„Halt den Mund, Aiko, sonst vergesse ich meine Befehle, dich unversehrt zu lassen. Ich verstehe nicht, warum Modo dich immer noch so schonend behandeln lässt. Er sollte dich zwingen uns zu helfen, deinen Willen brechen, damit du uns nicht mehr auf der Nase herum tanzen kannst!“
„Du weißt also nicht, warum Modo mich so behandelt?“ fragte das Mädchen in höhnischem Ton, obwohl sie es ja selber nicht sicher wußte.
„Ach, du meinst also zu wissen, warum? Das glaub ich dir nicht. Oder verrätst du’s mir?“
Aiko antwortete nicht. Sie hätte natürlich ihre Vermutungen als Wahrheit hinstellen können, doch Legolas konnte jedes Wort hören, das gesprochen wurde. Ihr Blick glitt zu ihm hinüber. Fea, die sie bisher mit einem spöttischen Lächeln angesehen hatte, entging dieser Blick nicht. Das Lächeln verschwand, denn die Hexe begriff sofort, warum Aiko schwieg.
„Du willst also nichts sagen, weil dein Geliebter es auch hören kann“, sagte sie und hob dabei ein wenig die Stimme, damit er es auch ja mitbekam. „Muß ja wirklich schlimm sein!“ Ein häßliches Grinsen erschien auf ihrem Gesicht. „Nun, selbst wenn Modo einen guten Grund hat, kann ich nicht verstehen, daß er dir so einfach getraut hat. Ich hatte dich von Anfang an in Verdacht, uns zu täuschen.“
„Es war wohl eher die Hoffnung darauf, denn du hattest Angst, deine Position in der Gruppe zu verlieren. So bist du die Zweite in der Hierarchie geblieben.“
Zorn funkelte in Feas Augen: „Ich hätte meine Position auf jeden Fall behalten! Ich war schließlich schon viel länger bei Modo als du.“
„Träum weiter! Wen interessiert denn, wer länger dabei ist? Ich bin die bessere Hexe von uns beiden.“
„Ach ja?“ rief Fea in unbändigem Zorn. „Deshalb ist dein Geliebter jetzt mein Sklave und du kannst ihm nicht helfen. Elb, komm her!“ befahl sie jetzt, alle Vorsicht vergessend.
Legolas kam und Fea legte ihre Arme um ihn. Sie küßte seine Lippen und wandte sich dann mit einem Grinsen zu Aiko. „Da hast du dir wirklich einen süßen Kerl geangelt (sie küßte ihn wieder) und sooo lieb.“
„Laß ihn in Ruhe!“ Aiko war so wütend, daß ihre Stimme einem Zischen glich.
„Du hast selbst Schuld. Warum mußtest du mich so wütend machen? Jetzt wird dein lieber Elbenprinz es ausbaden.“ Sie zog seinen Kopf auf ihre Schulter gegen ihre Wange und begann sein Haar zu streicheln. Legolas litt es ganz ruhig. Er machte keine Anstalten sich zu wehren, auch wenn seine Augen sich bei Feas letzten Worten erschrocken geweitet hatten. Sein Geist kämpfte stärker denn je gegen die unsichtbaren Fesseln an, doch es half ihm nichts.
„Küß mich“, murmelte Fea und der Elb gehorchte.
Aiko sah erstarrt zu wie ihr Geliebter das Gesicht dieser fürchterlichen Frau mit Küssen bedeckte. Wie weit würde sie gehen?
Die Hexe hielt jetzt Legolas Kopf fest um ihm in die Augen zu schauen: „ Ich bin doch viel schöner als Aiko, nicht wahr? Ein wenig schlanker und größer?“
„Schlanker und größer, na und? Aiko ist viel, viel schöner als du!“ dachte Legolas, doch er war unfähig, ihr das zu antworten. „Ja“, sagte er stattdessen mit tonloser Stimme. Fea grinste und steckte ihre Hand in seine Hose. Wieder weiteten sich Legolas Augen vor Schreck, doch diesmal stieg auch Zorn in ihm auf. Er wollte nicht, daß diese Frau ihn berührte. Jetzt hatte Fea wieder beide Hände an seinem Gesicht und liebkoste seinen Hals.
„Laß ihn in Ruhe!“ brüllte Aiko und wand sich verzweifelt unter ihren Fesseln, natürlich ergebnislos.
Fea lachte laut auf. „Zieh dich aus!“ befahl sie, ihre Augen leuchteten triumphierend. Wieder zögerte Legolas nicht den Befehl zu befolgen, doch er tat es sehr langsam. Nachdem er endlich nackt war, zog Fea ihn an sich.
Bisher hatte die Frau nur ein wenig mit dem Elben gespielt, aber nun wollte sie weiter gehen. Doch ein ganz kleines Gewissen hatte selbst sie und so zögerte sie einen Moment und vielleicht war es das, zusammen mit Legolas großer Liebe zu Aiko, was ihr zum Verhängnis wurde. Denn genau in diesem Moment gelang es Legolas, sich zu befreien. Seine Hände packten den Hals der vor Schreck erstarrten Frau und er drückte zu. In ihm war nur ein Gedanke, sich zu rächen, sie zu töten.
„Legolas, nein“, schrie Aiko plötzlich. Der Elb sah erstaunt zu ihr hinüber. Seine Geliebte schüttelte heftig ihren Kopf, worauf er wieder auf Fea blickte, die in diesem Moment aus Luftmangel ohnmächtig wurde. Er überlegte nicht lange, sondern ließ sie los. Dann sank er neben ihr zu Boden. Jetzt wo er sich nicht mehr anstrengte, fühlte er sich auf einmal fürchterlich erschöpft.
„Legolas, was ist mit dir?“ fragte das Mädchen und klang dabei sehr besorgt.
„Ich brauche ein wenig Zeit“, brachte ihr Geliebter mühsam hervor. Er wußte, daß es eilte, denn Fea würde sicher bald wieder aufwachen. Es wäre doch besser gewesen, sie zu töten, doch er war froh, es nicht getan zu haben. So sehr sie ihn auch gequält hatte, Ersticken war ein böser Tod und außerdem heimtückisch. Auch wenn er im Recht war, er wäre sich später immer ein wenig wie ein Mörder vorgekommen.
Nach ein paar Minuten bewegte er zuerst vorsichtig seine schlaffen Arme, dann versuchte er aufzustehen. Nur mit Mühe kam er wieder auf die Beine und taumelte zu Aiko, um ihre Fesseln zu lösen, was ihm erst nach einer ganzen Weile gelang.
„Wir müssen sie mit diesen Seilen hier fesseln. Schnell, bevor sie aufwacht“, rief das Mädchen, doch es war zu spät, denn in diesem Moment regte sich Fea. Erstaunlich schnell kam sie zu sich und rappelte sich auf, auch wenn sie ein wenig mitgenommen aussah. Aiko schob Legolas schnell hinter sich, der dabei fast umgefallen wäre. Die beiden Hexen standen sich nun gegenüber und beobachteten sich mit scharfem Blick. Doch Aiko hatte keine Angst. Sie wußte, daß sie stärker war als Fea und diese wußte das auch, den Blicken zu folge, die sie zum Höhlenausgang gleiten ließ. Dann plötzlich sprang Fea vor, verpaßte ihrer Gegnerin einen kräftigen Schlag und spurtete los. Aiko, ärgerlich auf sich selbst, weil sie sich so hatte überrumpeln lassen, sprang schnell wieder auf und wollte ihr einen Zauber nachschicken, doch Fea war direkt hinter dem Höhleneingang zur Seite gesprungen und aus Aikos Blickfeld verschwunden. Wütend setzte diese ihr nach.
Fea rannte den Pfad entlang und war schon gewiß zu entkommen, da der Weg viele Biegungen machte. Aiko würde sie nicht mehr zu Gesicht bekommen. Doch plötzlich blieb sie stehen. Jemand versperrte ihr den Weg. Es war ein Elb. Er stand unbeweglich vor ihr und sah sie mit unergründlichem Blick an. „Bleibt stehen, oder ihr werdet Sterben.“
Diese Warnung beeindruckte Fea nicht sonderlich, da es nur ein Elb war. Mehreren Elben ging sie lieber aus dem Weg, da diese magische Wesen waren und in einer Gruppe von Zauberern nicht angegriffen werden konnten. Dennoch war die Situation nicht unbedenklich. Die Frau überlegte fieberhaft, der Elb hatte sie bereits zu viel Zeit gekostet, ihr blieb nur noch eine Möglichkeit zu entkommen: Sie mußte ihn als Schutzschild gegen Aiko benutzten. Schnell richtete sie ihren Geist auf den Elben, der einen entsetzten Schrei ausstieß. Da war auf einmal ein leises Sirren zu hören. Fea registrierte sofort, daß das Geräusch von einer Bogensehne stammen mußte und wollte ausweichen, doch es war zu spät. Der Pfeil traf sie mitten ins Herz und die Frau brach tot zusammen.
Jetzt tauchten hinter mehreren Felsblöcken weitere Elben auf und fast zur selben Zeit Aiko.
„Was ist passiert?“ fragte das Mädchen fassungslos.
„Einer von uns ist der Frau in den Weg getreten und hat sie gewarnt. Doch sie war offensichtlich eine Hexe und hat ihn mit einem Zauber angegriffen. Wir mußten sie erschießen.“
Aiko nickte und fragte dann: „Wer seid ihr?“
„Wir sind Elben aus Bruchtal. Seid ihr allein?“
„Nein. Mein Begleiter ist zurückgeblieben. Er war sehr schwach. Sie hatte ihn verzaubert und er erholt sich nur langsam“, erklärte sie und deutete dabei auf Fea. „Es ist Prinz Legolas aus Düsterwald.“
„Dann seid ihr die, die wir suchen.“
„Ihr habt uns gesucht?“
„Ja, doch laßt uns erst zu Prinz Legolas gehen. Dort erklären wir euch alles.“
„Wir müssen vorsichtig sein. Der Schwarzmagier Modo hält sich in der Nähe versteckt und kann mit seinen Leuten jeden Moment hier auftauchen.“
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Nachdem Aiko fort war, zog Legolas sich wieder an, und ließ sich dann kraftlos zu Boden sinken. Endlich war er frei! Für einen Elben wie ihn, der die Freiheit gewohnt war, war der Bann besonders schlimm gewesen. So blieb er einfach sitzen, die Augen geschlossen und genoß einfach das Gefühl, frei zu sein - dann merkte er, daß jemand seine Schulter berührte: „Wie geht es Euch, Legolas?“ Es war Elrohir, einer der Söhne von Elrond. Hinter ihm standen weitere Elben von Bruchtal.
„Nicht besonders gut. Doch meine Kräfte kommen langsam wieder. Wie kommt es, daß ihr hier seid?“
„Wir erhielten von Gandalf Nachricht über eure Fahrt. Aber in letzter Zeit verbreiten sich hier Gerüchte über Orks, die sich sammeln. Daher wurde beschlossen, daß euch eine Gruppe Elbenkrieger entgegen geschickt werden sollte. Zum Glück für euch.“
Ein anderer Elb fügte hinzu: „Jetzt wissen wir wenigstens, warum sich Orks in unsere Nähe wagen. Frau Aiko hat uns von diesem Schwarzmagier erzählt.“
„Ja, aber es sollte uns auch zur Vorsicht gemahnen.“
Aiko, der das Ganze zu lange dauerte, mischte sich ein: „Es war noch eine andere Hexe hier. Sie ist zu Modo, um Hilfe zu holen, da sie wegen dem Schnee hier nicht weg kamen. Da wir nicht wissen, wie weit es bis zu unseren Feinden ist, sollten wir schnellstens nach Bruchtal zurück.“
Die Elben verloren keine weitere Zeit, nicht nur wegen Leandhra, sondern auch, weil es schon zu dämmern begann. Da Aiko sich im hohen Schnee kaum vorwärts bewegen konnte, trug Legolas sie. Er hatte sich soweit erholt, daß er diese Anstrengung ohne weiteres aushielt. Weil die Elben jedoch die beiden Pferde nicht zurücklassen wollten, wurde der Marsch sehr langsam, die Tiere sahen manchmal aus, als würden sie schwimmen.
Als es ganz dunkel geworden war, schmiegte Aiko sich an Legolas und rieb ihren Kopf an seiner Brust. Und dann kam endlich die Frage, auf die sie schon die ganze Zeit gewartet hatte: „Aiko, du hast vorhin gesagt, du wüßtest, warum Modo dich so schonend behandelt.“ Legolas sprach so leise, daß sie seine Worte kaum vernehmen konnte.
„Das war eine Lüge. Ich wollte Fea reizen. Oh Legolas, es tut mir so leid.“ Sie sprach fast ebenso leise wie er.
„Mach dir keine Vorwürfe. Du kannst nichts dafür, daß diese Fea so ein gemeines Biest war.“
Aiko mußte lächeln. Solche Worte hätte sie aus Legolas Mund nie erwartet. Irgendwie mußte sie einen unguten Einfluß auf seine Sprache haben.
„Aiko, weißt du es wirklich nicht?“ fragte der Elb plötzlich.
Nach kurzem Zögern antwortete sie: „Natürlich bin ich eine mächtige Hexe, doch nach meiner Flucht kann Modo nicht mehr wirklich hoffen, mich als Helferin zu gewinnen.“
„Ich weiß nicht, wie er das jemals hoffen konnte, Liebste“, flüsterte Legolas und drückte ihr flüchtig einen Kuß auf die Schläfe. „Übrigens war es von mir auch eine Lüge, als ich Fea zugestimmt habe, sie sei schöner. Das stimmt nicht. Für mich gibt es keine schönere Frau als dich.“

Nach etwa 3 Stunden erreichten sie Gegenden, wo der Schnee weniger wurde und Aiko konnte wieder auf ihr Pferd steigen. Bald erreichten sie ein relativ geschütztes Tal, wo die Elben ihre Pferde zurückgelassen hatten. Hier waren nur die eher harmlosen Ausläufer des Sturmes angekommen und die Schneedecke daher kaum Fußhoch. Alle bestiegen nun die Pferde und schon ging’s in schnellem Trab in Richtung Bruchtal. Nur kurze Zeit später erreichten sie schneefreien Boden, die Gebirgspfade ließen jedoch kein schnelleres Tempo zu. Daher ritten sie die Nacht durch, um am Morgen das Tal der Elben zu erreichen. Aiko war äußerst müde, immerhin hatte sie eine lange anstrengende Reise hinter sich und die letzten Stunden saßen ihr noch in den Knochen. Als sie im Morgengrauen endlich ihr Ziel erreichten, konnte sie kaum noch die Augen offenhalten. Bevor sie sich ausruhen konnte, mußten sie jedoch zunächst den schmalen Pfad hinunter reiten, ein Unterfangen, bei dem es eigentlich besser war, wach zu sein. Später konnte Aiko sich kaum an diesen Abstieg erinnern, auch an ihre Ankunft nicht, das Einzige, was ihr in Erinnerung blieb, war die Begrüßung von Elrond.

 

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