Epilog

Salim stand auf einem Balkon Bruchtals und sah auf die Wiese unter ihr. Dort war eine große Tafel aufgebaut und daneben eine Tanzfläche, auf der viele Leute sich bewegten, während genauso viele an dem Tisch saßen und zusahen. Gesang und der Klang elbischer Musikinstrumente schallte herauf. Sie beobachtete, wie die strahlende Braut mit ihrem Mann tanzte. Diese trug ein mit Smaragden besetztes weißes Satinkleid, das in der Sonne glitzerte, auf einen Schleier hatte man verzichtet, stattdessen trug sie einen schmalen Silberreif im Haar, genauso wie ihr Gatte.
Jetzt trat Gandalf zu dem Mädchen.
„Es ist wunderbar hier“, meinte Salim verträumt.
„Ja, und Aiko strahlt vor Glück.“
„Ich freue mich sehr für sie. Und es war eine gute Idee, die Hochzeit mit Hochzeitsbräuchen aus beiden Welten zu gestalten.“
„Das finde ich auch. Nur König Thranduil ist damit nicht ganz einverstanden.“
„So? Das sieht man ihm aber nicht an.“
„Weil er will, daß sein Sohn glücklich ist.“
Eine Weile schwiegen sie, dann meinte Salim: „Die Zwei sind ein schönes Paar. Wie für einander geschaffen, findest du nicht?“
Gandalf nickte und legte seinen Arm um sie: „Ich hoffe, daß du eines Tages genauso glücklich sein wirst wie sie.“
„Wenn Modo Aiko nur in Ruhe läßt.“
„Mach dir deswegen keine Sorgen. Modo wird sicher irgendwann wieder angreifen, doch ich glaube, jetzt wo er weiß, daß er sich mit mir anlegt, wenn er an eine von euch herankommen will, wird er euch in Ruhe lassen. Und ohne den Stern und das Portal ist er nicht mehr so gefährlich wie bisher. Eines Tages werden wir Modo besiegen.“
„Modo ist nicht zu unterschätzen.“
Gandalf seufzte. „Ich weiß“, sagte er finster, doch dann lächelte er plötzlich wieder. „Komm, mein Kleines, laß uns wieder zu dem Fest gehen.“
Salim stimmte zu und schritt mit ihm durch die leeren Hallen Bruchtals zur Wiese.
Dort machte das Brautpaar gerade eine Tanzpause und setzte sich zu Gimli. Doch kaum hatten sie Platz genommen, sprang Aiko wieder auf und lief zu ihrer Schwester, die gerade kam.
„Kannst du die beiden eigentlich auseinanderhalten?“ fragte der Zwerg. „Nicht, daß du mal aus Versehen die falsche küßt oder noch was schlimmeres.“
Legolas lachte: „Keine Sorge. Die beiden kann ich gar nicht verwechseln!“
„Sicher?“
„Klar. Aber sag mal, wo wir gerade ein wenig Zeit haben, wann kannst du mit deinen Zwergen zum Aufbruch bereit sein, damit wir endlich doch noch nach Gondor kommen?“
Gimli sah ihn erstaunt an: „Darüber willst du jetzt reden? Findest du nicht, daß das jetzt nicht der richtige Augenblick ist?“
„Vielleicht hast du recht, doch wir sollten es bald tun. Aiko und ich möchten so schnell wie möglich nach Ithilien.“
„Na, wenn du meinst, dann setzen wir uns morgen eben zusammen.“
„Gut.“
„Aber sag mal, warum findet eure Hochzeit eigentlich in Bruchtal statt und nicht in Düsterwald?“
„Ich hielt es für besser, wenn die Hochzeit auf neutralem Boden stattfindet, damit wir die Hochzeit nach unserem Gutdünken gestalten konnten.“
Seine Gattin kam zurück und zog Legolas wieder auf die Tanzfläche. Eine ganze Weile tanzten sie eng umschlungen, dann legte Aiko ihren Mund nahe an das Ohr des Elben: „Was meinst du, wird es jemanden auffallen, wenn wir eine halbe Stunde verschwinden?“
„Ganz bestimmt“, schmunzelte der Elb, „doch mich würde das nicht stören.“
Schnell verschwanden sie in Richtung ihres Schlafgemachs.

 

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