Kapitel 1

In den Weiten von Rohan lebte einst ein fröhliches Mädchen. Ihr Name war Dóraviel. Man sah sie oft auf ihrem weissen Pferd auf den Steppen von Rohan. Sie lebte in Edoras bei ihren Eltern. Ihre Mutter trug den Namen Ernía und ihr Vater hiess Bérending. Sie waren nicht sehr reich, aber eine sehr glückliche Familie. Dóraviel war eine der hübschesten Mädchen von Edoras. Sie war gross gewachsen, schlank und hatte lange kastanienbraune Haare. Das schönste an ihr waren jedoch ihre Augen: Sie schimmerten grünblau wie das Meer und besassen auch die Tiefe des Meeres. Ihr Pferd war graziös mit langen Beinen. Es war schneeweiss, bis auf ein paar ganz kleine graue Punkte. Die graue Mähne flatterte wie eine Flagge im Wind, wenn es über die Ebenen galoppierte. Das Pferd trug den Namen Fanya, weisse Wolke. Sie lebten glücklich, bis Dóraviel 20 Jahre alt wurde.
Als sie an diesem Morgen erwachte, sah sie neben sich ihre Mutter sitzen. Ihre Augen waren rot. Ernía hatte geweint. Zuerst wünschte sie Dóraviel alles Gute zum Geburtstag, dann begann sie stockend: „Meine liebste Dóraviel…Du weißt, dass Bérending und ich dich immer sehr lieb gehabt haben…Und ich hoffe du verzeihst uns…Denn du bist nicht unsere Tochter…Nein, du bist nicht einmal ein Mensch wie wir.“ Ernía brach ab. Der Schmerz hatte sie in vollem Masse erfasst. Sie weinte wieder. Dóraviel wagte zu fragen: „Mutter… Ich bin eine Elbin, nicht war?“ Die Mutter nickte. Dóraviel konnte nicht weinen. Sie legte sich auf den Rücken und schloss die Augen. Manche Gedanken huschten ihr durch den Kopf. Ihr Pferd war auch ein Elbenpferd, das war klar, denn kein Pferd wäre sonst so alt und immer noch so vital. Fanya war nämlich gleich alt wie Dóraviel. Ein Gedanke kehrte jedoch immer wieder: Wer sind meine Eltern? Sie fragte Ernía. Ernía wischte sich die Tränen ab und antwortete: „Deine Eltern sind Legolas und Vinvierwen. Doch wo sie wohnen weiss ich nicht. Du willst doch sicherlich den Grund wissen, warum sie dich fortgaben oder nicht? Vinvierwen war die schöne Tochter von Gildor. Legolas jedoch kam aus einem Land östlich der Nebelberge. Sie trafen sich eines Tages Bei Elrond in Bruchtal, als Legolas` Vater etwas mit Elrond zu besprechen hatte. Gildors Sippe war auf ihren Wanderungen zur gleichen Zeit nach Bruchtal gekommen. So lernten sich die beiden kennen. Sie blieben lange dort, und als die Zeit der Abreise von Legolas näher rückte, gestand ihm Vinvierwen, dass sie dich in ihr trage. Sie wollten daraufhin heiraten, doch sie konnten sich nicht entschliessen, wo sie danach wohnen sollten. Vinvierwen wollte weiterziehen, doch Legolas wollte lieber in seiner Heimat bleiben. Es entstand ein fürchterlicher Streit. Sie fragten Elrond um Rat. Er riet ihnen, sich zu trennen, da diese Liebe sehr unglücklich sei. Das Kind sollten sie weggeben. So kamst du zu uns, möglichst weit von deinen Eltern entfernt.“ „ Und wo weilen meine Eltern jetzt?“, fragte Dóraviel. Ernía antwortete mit trauriger Stimme: „ Deine Eltern haben sich nie mehr gesehen. Ich denke, dass Vinvierwen mit Gildor nach Westernis gezogen ist. Es könnte sein dass Legolas das gleiche tat. Wo er jetzt ansässig ist weiss ich nicht.“

Dóraviel gab sich zufrieden. Sie erzählte niemandem etwas davon.

 

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