Kapitel 7

Legolas lehnte sich zurück. Jetzt wurde ihm einiges klar.
"Wie alt war sie, als sie verheiratet wurde?"
"15 Jahre."
Der Elb runzelte die Stirn.
"Wie alt ist sie jetzt?"
Gandalf lächelte.
"Frag sie, vielleicht verrät sie es dir."

Nach dem Abendessen begab sich Shannah auf die Terrasse. Sie mochte den Geruch des Waldes am Abend. Legolas tauchte neben ihr auf.
"Warum hast du nichts gesagt?"
"Erzählst du jedem, daß du ein Elb bist? Ich hab' es einfach vergessen. Tut mir leid."
"Du hast mich verwirrt. Siehst aus wie ein Mensch und benimmst dich wie …"
"Inwiefern habe ich dich verwirrt?"
Shannah grinste ihn frech an. Legolas strich ihr über die Wange. Sie legte ihre Arme um ihn. Eng umschlungen blieben sie eine Weile stehen, dann löste sich Shannah aus der Umarmung.
"Laß uns spazierengehen."
Sie nahm seine Hand und zog ihn mit sich. Sie schlenderten am Ufer des Waldflusses entlang. Ab und zu bückte sich Shannah und begutachtete Pflanzen. Eine davon gab sie Legolas.
"Hier. Mach einen Tee daraus. Das ist gut für dich."
Er lachte. Dieses Gewächs war ihm bekannt. Es steigerte die Potenz.
"Lieber nicht."
Nach einer Stunde ruhten sie sich auf einer Bank aus. Shannah hob ihre Hand, drehte die Handfläche nach oben. Ein Schwaches Leuchten ging von ihren Fingern aus. Sie fuhr mit der Hand durch die Luft. Dabei hinterließ sie Fäden aus blauem Licht. Vor Legolas Gesicht ballte sie ihre Hand zu einer Faust und öffnete sie schnell wieder. Kleine, glitzernde Lichtbälle stoben auseinander und tanzten um seinen Kopf. Fasziniert nahm er ihre Hand und betrachtete sie. Shannah drehte sich zu dem Elb und küßte ihn flüchtig. Das überraschte Legolas. Von einer Elbenfrau würde er das nicht erwarten. Shannah benahm sich weder wie ein Mensch noch wie eine Elbe. Er nahm ihr Gesicht in seine Hände. Ihre Schönheit verschlug ihm den Atem.
"Mir dir möchte ich die Ewigkeit verbringen."
"Bist du sicher?"
Ein Hauch von Unsicherheit schwang in seiner Stimme mit, als er antwortete.
"Ja."
"Du kennst mich doch kaum. Versprich nichts, was du vielleicht nicht halten kannst."
"Du gibst mir nicht die Möglichkeit dich kennenzulernen."
"Laß mir etwas Zeit."

Der Abschied fiel Legolas sehr schwer. Mit seinem Vater verabschiedete er Gandalf und Shannah. Traurig zog er sich in sein Zimmer zurück. Thranduil besuchte ihn.
"Du wirst sie irgendwann vergessen. Glaub' mir, es ist besser so."
"Vater, sie ist unsterblich. Sie ist eine Maia."
Thranduil starrte seinen Sohn an. Er dachte an Doriath und an Melian, die Thingols Reich schützte. Legolas erschrak als ihn sein Vater packte und schüttelte.
"Und du läßt sie weggehen! Ist dir klar was sie für unser Reich tun kann? Sie kann uns schützen!"
"Weißt du, wie sich das gerade angehört hat?"
Verlegen senkte Thranduil den Blick.
"Ich muß an die Sicherheit unseres Volkes denken. Imladris und Lorien werden durch Magie geschützt. Warum nicht auch unsere Leute?"
Er schob liebevoll eine Hand in den Nacken seines Sohnes.
"Niemals würde ich dich bitten, jemanden zu heiraten, den du nicht aufrichtig liebst. Ich will, daß du glücklich wirst. Das ist das Einzige, das zählt."
Thranduil nahm seinen Sohn in die Arme.
"Wenn ihr euch liebt und sie unser Reich schützt, ist doch jeder zufrieden."

 

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