2. konkret Kapitel

Während Aragorn schier einen Herzinfarkt erlitt, als dieser Brief vom Döner-Tempel auf seinem Pult lag, trafen sich in einem unteriridischen, dunklen, verrauchten, versifften, düsteren, ja verdammt, halt einfach mafiamässigem Keller in New York die Köpfe der italienischen Mafia… äh. Der Keller befand sich natürlich in Mittelerde, und zwar in der Stadt Bree (unter Insidern die Mafiahochburg Mittelerdes schlechthin). Und in ihm trafen sich der Zauberer, den wir im Prolog schon kennengelernt haben, erinnert ihr euch Kinder?, mit seinen Angestellten. Untergebenen. Sklaven. Arbeitern. Wie auch immer. Genau: Er traf sich mit seinem Team. Sein Team war sehr multikulturell (Döner-Tempel war ein geradezu universales Unternehmen!), um alle Ansprüche der Kunden zu befriedigen. Einige wichtige Persönlichkeiten sollten hier wohl vorgestellt werden:

Wassili Sorotschkin: Abgesandter der russischen Mafia. Bodyguard. Zuständig für die Sicherheit. Ständiger Zwist mit Antonio Ferrando. Mensch.
Antonio Ferrando: Abgesandter der sizilianischen Mafia. Bodyguard. Zuständig für die Sicherheit. Ständiger Zwist mit Wassili Sorotschkin. Mensch.
Kemal Özgür: Chefkoch. Türke. Mensch.
Ali Kebaba: Zuständig für die Ausstattung der Dönerbuden. Inder. Mensch.
Lamacumalas: Elb aus Bruchtal. Zuständig für Hygiene, Ausstattung und Bedienung.
Dönír: Zwerg. Zuständig für den Bau der Dönerbuden.
Lorelin Fladbrot: Hobbitfrau. Zuständig für Rohstoffbesorgung (Lammzüchtung und Anbau des Gemüses)

Natürlich gab es noch zahlreiche Arbeiter. Die waren aber bei diesem Treffen nicht dabei. Es war nur eine kleine Versammlung zur „Strukturierung des Döner-Marktes im Auenland, d.h. Festlegung der Dönerbuden nach geografischer Lage, Grösse und Personal.“ So stand es jedenfalls im Einladungsbrief den der Zauberer (dessen Namen übrigens unbekannt bleiben wird, er war früher ein sehr aktiver Mafioso und will daher von der Polizei nicht erkannt werden. Nennen wir ihn einfach „der Boss“.) an seine Vertraulichen gesandt hatte. Doch jeder halbwegs Eingeweihte wusst, dass das ganze wieder in einem Desaster enden würde, wie jede ihrer Treffen. Zuerst würden sich der Russe und der Italiener in die Haare kriegen („Wassili! Wie schön, dich zu sehn!“ – „Schnauze, Spaghettifresser! Du chasch nich die Erlaubnis mir du zu sagen!“ – „Wie du meinen, arrrrrroganter Wodkasäufer!“ – „Ich dich bei nächster Gelegencheit in sibirischen Fluss werfen, Weichei!“ usw.). Bald darauf würden sich Lamacumalas und Ali Kebaba uneinig über die Ausstattung der Dönerbuden sein („Ich würde die Gemächer mit einem Seidenstoff auskleiden… am besten in dezenter Farbe, ein lindgrün wäre exzellent…“ – „no, lindgreen! What a cowshit! We do need erotical red end blue end stars end moon…“ – „Erotisches rot! Wollen wir aufdringlich und sexistisch wirken? Das alles sollte nicht zu grell sein… lindgrün wie salat…“ – „Salad! Nono, red like the meat, you know end of kourse that all shall be in turkish stile…“ usw.) Über den ganzen Lärm werden dann die Stimmen von Dönír, Lorelin und Kemal zu hören sein, die sich lauthals über ihre Arbeiter, ihre Schafe oder die Qualität des Fleisches beklagen („Boss! Du hasch mir korrekt scheisse fleisch geben! Isch kann nich krass döner machen mit so fleisch maaaaan!“ – „was kann ich dafür wenn der chef mir schwule Schafe verkauft? Es gibt keine Lämmer mehr!“ – „Und was isch das für krass Fleisch, mit dem ich arbeiten musch, hä, mann?“ – „öh…“ – „Ich verlange verdammt noch mal besser Arbeiter!“ – „Arbeiter? Du bausch doch konkret Dönerbuden, maaan. Die Dönerbuden sind konkret scheisse mann. Nur einmal niesen, und es gibt krasses buumm!“ – „Diese Lahmsäcker von Arbeitern sind schuld! Sie sitzen rum, spielen karten und saufen dieses vermaledeite Malzbier. Und dann wollen diese undankbaren Filzläuse auch noch Lohnerhöhungen! LOHNERHÖHUNGEN!“ usw.). Irgendwann würde der Boss ausrasten und herumschreien, Wassili würde die Kalaschnikov ziehen, Antonio würde seinen Dolch wetzen, Ali Kebaba würde sich an Lamacumalas klammern und beide würden unter den Tisch kriechen, Kemal Özgür würde sich die Schürze über den Kopf ziehen und zitternd in der Ecke stehn. Lorelin würde augenblicklich versuchen sich in den Boden einzugraben und Dörín würde zur Bleisäule erstarren und sich mindestens eine Viertelstunde lang nicht mehr regen vor Schreck.
So geschah es dann auch. Nach dem Szenario legte der Chef in Sekunden die Standorte der Dönerbuden fest, das Personal und auch wie gross sie sein sollen.
Und seine Schlussworte waren: (*dadadaaaaaaamm*)
„Wir werden das krass beste Dönerkette sein, mann! Wir sind die konkret, korrekt abgefahrensten Dönermacher in ganz Mittelerde!“
Grauslige Schlachtrufe folgten seiner Rede…

 

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