3. Kapitel, korrekt?

Aragorn atmete tief ein und wieder aus. Er legte die Hände an die Schläfen und versuchte sich zu beruhigen. Vor ihm lag der Brief. Der Brief mit der Aufschrift: „Döner-Tempel“. Darin stand in zusammengeklebten Buchstaben:

„Aktion von Döner-Tempel:

Dürüm-Döner: nur 2.5 Goldstücke!
Özgür-Döner: nur 3 Goldstücke!
Fladenbrot mit gorregter Knoblauchsosse: nur 1 Goldstück!

Alle Produkte Spezialitäten des Hauses, selbstverständlich selbstgemacht.
Wir freuen uns auf sie!

Der Direktionsleiter von Döner-Tempel“

Alles um ihn herum wurde schwarz. Aragorn vernahm ein dumpfes bumm, als sein Körper vom Bürostuhl fiel. Die Worte hallten in seinem Kopf nach, er sah fettbäuchige Türken, Zauberer und Hobbits Gratis-Döner verteilen, Knoblauchduft stieg ihm in die Nase, und bald daraufhin wurde er ohnmächtig.

Aragorn erwachte auf dem harten Küchentisch. Arwen lehnte sich mit tränenüberströmtem Gesicht über ihn und schluchzte:
„Oh, Arakörnchen! Ich hab schon geglaubt, du seist tot!“
Weiter kam sie nicht, denn ein mitleiderregdner Weinkrampf erfasst sie. Sie presste sich die Taschentücher auf die Augen und schneuzte ein paar Mal kräftig hinein.
Von der anderen Seite her wurde die Visage von Aragorns erstem Leichenbestatter zu sehen. Sein Mundgeruch war unbeschreiblich. Er war vor Erregung (vielleicht auch vor Enttäuschung, dass er nun doch keine Leiche bestatten durfte) ganz Camembert-Käse-Weiss geworden. Er stammelte:
„Oh Herr! Was für eine ernüch… äh, erfreuliche Überraschung, sie lebendig zu sehen! Äh ja… ich denke, für mich gibt´s nun wohl keine Arbeit mehr… ich geh dann mal…“
Der Leichenbestatter schlurfte gesenkten Hauptes aus der Küche. Mit ihm verschwand eine bestialische Wolke aus Knoblauch-Mundgeruch. Nun endlich hob Aragorn zu sprechen an.
„Warum liege ich in der Küche auf dem Küchentisch?“
Arwen räusperte sich, und brachte dann unter mehreren Schluchzern hervor:
„Ich weiss nicht… der Leichenbestatter wollte es…“
„Kommt mir reichlich seltsam vor… wo ich doch so prunkvolle Leichenhallen gebaut habe!“ erwiderte Aragorn. Dann fuhr er fort: „Hör auf zu flennen, Zuckerhämsterchen! Ich bin ja wieder bei bester gesundheit… Ich erlitt nur einen…“ beim Gedanken an den Brief musste er sich zusammenreissen nicht aufs neue wieder in Ohnmacht zu fallen, „…Schock. Jetzt geht es mir besser.“
„Aber sicher, mein starker, grosser, unbeschreiblich mächtiger Labrador!“
Arwen putzte sich geräuschvoll die Nase, dann verschwand sie Richtung Badezimmer, um sich die verschmierte Schminke abzuwaschen und sich eine neue meterdicke Make-Up-Schicht aufzutragen.
Aragorn begab sich auf einen Balkon um frische Luft zu schnappen. Auf dem Weg dorthin fragte er sich noch, warum wohl der Leichenbestatter so arg nach Knoblauch gestunken hatte. Sonst haftete ihm immer der Geruch von verdorbenem Appenzeller-Käse an.
Doch sobald er sich auf dem Balkon befand, vergass er alles um sich herum. Er überblickte das gewaltige Panorama von seinem Ferienhaus im Nebelgebirge (hinter dem Haus befand sich ein Sessellift der zu einem Sommer und Winter befahrbaren Skigebiet führte). Vor ihm erstreckte sich die Ebene von Rohan, oder besser gesagt, theoretisch erstreckte sich dort die Ebene von Rohan. Denn praktisch befand sich dort jetzt einfach grauer Nebel. Aragorn genoss also das wunderbare Nebelpanorama. Weit unter sich befand sich eine Reiterin, die auf das Haus zusteuerte. Ach, sein silbernes Goldhämsterchen! Wie sie doch reiten konnte! Sein Weib war einfach doch erstaunlich… Er vertiefte sich ganz in den Anblick des Pferdes und seiner Reiterin und vergass alles um sich herum… doch Moment mal. Seit wann hatte Arwen blondes Haar? Und Arwen war doch sowieso im Badezimmer? Seltsam.. Aragorn kniff die Augen zusammen und erkannte seinen Freund Legolas auf dem Pferd. Jaja, dachte er sich, vielleicht sollte ich doch mal die neue Fielmann-Filiale un der Stadt besuchen… soll ja anscheinend ganz nette Verkäufer haben und sehr billig sein… Doch dann wandte er sich wieder wichtigeren Gedanken zu: Was wollte Legolas hier? Hatte er etwas mit dem mysteriösen, schockenden neuen Döner-Fabrikanten zu tun? Aragorn atmete tief durch, befahl sich, sich zu beruhigen und nicht erneut einen Zusammenbruch zu erleiden. War das für ein Tag! Aragorn bezweifelte, ihn zu überleben.


Dramatik! Unerträgliche Spannung! Ich werde es auf die Spitze treiben! Soviel Spannung, dass jeder einzelne von euch Lesern schier AUSEINANDERGERISSEN wird! *erleidet herzinfarkt und fällt vom stuhl*

 

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