Interview mit Dominik Monaghan

Dominic Monaghan ist nach wie vor von der Trilogie „Der Herr der Ringe“ begeistert. Nachdem dieses Kapitel seiner Karriere nun abgeschlossen ist, spricht er über die Entwicklung von Merrys Rolle und seine neuen Projekte.


Wie hast du Merrys Rolle bekommen?

Ich war gerade dabei, einen französischen Fernsehfilm zu drehen, als ich einen Anruf von meinem Agenten erhielt, der mir mitteilte, daß Peter Jackson ein Casting für den Film „Der Herr der Ringe“ organisierte. Ich war sofort entschlossen, mein Glück zu versuchen. Als ich erfuhr, daß ich die Rolle bekam, konnte ich es kaum fassen. Richtig glaubte ich es erst daran, als die Dreharbeiten in Neuseeland tatsächlich begannen.


Was hat die Trilogie an deinem Leben verändert?

Vor „Der Herr der Ringe“ war ich nur in England bekannt, wo ich hauptsächlich Fernsehserien drehte. Heute habe ich Fans in der ganzen Welt, deshalb bin ich nach Los Angeles umgesiedelt. Mein Leben hat sich von Grund auf verändert, beschweren kann ich mich darüber wirklich nicht. Seit meiner Kindheit träumte ich bereits davon, in einer Großproduktion mitzuspielen. Den Entschluß, Schauspieler zu werden, habe ich beim Film „Der Krieg der Sterne“ gefaßt...


Ist es ein einfach für einen Engländer, sich in Hollywood wohl zu fühlen?

Selbst wenn wir die gleiche Sprache sprechen, so gibt es doch erhebliche Unterschiede zwischen Engländern und Amerikanern, vor allem was Sport betrifft. Ich bin nämlich ein großer Fußballfan. Wenn ich in Los Angeles von Fußball spreche, denken alle sofort an Football, aber für mich ist das eher Rugby für Frauen. Wenn ich das sage, sind die Amerikaner immer gleich genervt! (Lachen)


Warst du bereits ein Fan von Tolkiens Büchern, bevor du den Film gedreht hast?

Ja, denn mein Vater ist ein leidenschaftlicher Tolkien Fan und hat mir seine Bücher geschenkt, als ich 14 Jahre alt war. In meiner Kindheit lebten wir in Deutschland und wenn wir in den Ferien nach England fuhren, haben wir Kassetten auf der Autofahrt gehört. Er hat uns immer wieder „Der kleine Hobbit“ vorgespielt.


Welche Tips hat dir der Regisseur Peter Jackson gegeben, um die Rolle zu spielen?

Alle Schauspieler, die einen Hobbit spielten, die sollten immer daran denken, daß sie keine Menschen spielten, da sie z. B. ihre Gefühle nicht zu verstecken versuchen: wenn sie Lust haben zu weinen, dann weinen sie, wenn sie glücklich sind, zeigen sie es. Peter hat uns ebenfalls gesagt, daß die Hobbits nichts als kleinwüchsig betrachtet werden, obwohl sie gerade mal einen Meter groß sind. Sie sind der festen Überzeugung, daß Wesen anderer Kulturen viel zu groß sind, was für sie anormal ist! (Lachen) Um mich auf meine Rolle vorzubereiten, habe ich mein Tagebuch wieder hervorgeholt, das ich mit 19 Jahren führte. Ich finde, daß ich Merry in diesem Alter sehr ähnlich war. Ich war ein echter Spaßvogel und mußte mich ständig unter Beweis stellen. Das gleiche tat ich mit meinem Umfeld. Für den Film habe ich versucht, den Gemütszustand, den ich damals hatte, wieder zu finden.


Wie hat sich ihre Rolle in den drei Filmen entwickelt?

Am Anfang der Trilogie ist Merry sehr selbstsicher. Der Gedanke, die Welt zu entdecken und auf Abenteuerreise zu gehen, findet er sehr aufregend. Unterwegs bemerkt er, daß die Welt ganz anders ist als in seinen Vorstellungen. Der Merry in „Die Rückkehr des Königs“ ist also ganz anders als die humorvolle Rolle, die er in „Die Gefährten“ spielt. Er ist verantwortungsbewußter und ernster. Er hat sich geändert und verbringt nicht seine Zeit damit, mit Pippin zusammen Dummheiten anzustellen.


In „Die Rückkehr des Königs“ spielt Merry eine zentrale Rolle. Warum engagiert er sich ihrer Meinung hier viel mehr?

Merry entscheidet sich, in den Kampf zu ziehen, da er sich dazu verpflichtet fühlt. Er kämpft für die gleichen Werte wie seine Freunde und hilft ihnen, die Welt zu retten. Allerdings entdeckt er die Schrecken des Krieges und hat traumatische Erlebnisse. Nachdem er in den ersten beiden Filmen eine eher lustige Rolle spielte, war es sehr bewegend, die Szenen zu spielen, in denen er blutüberströmt weint. Den Krieg mit den Augen eines Hobbits zu sehen, ist schrecklich. Das ist so, als wenn man junge Leute an die Front schickt und ihnen sagt, daß sie dann Männer werden. Wenn sie dann erstmal vor Ort sind, werden sie sich schnell über die Realität des Krieges klar.


Wie sehen deine Projekte heute aus?

Ich schreibe ein Szenario mit Billy Boyd. Wir sind gute Freunde geworden und da wir nicht erst darauf warten wollten, daß uns gute Drehbücher angeboten werden, haben wir uns dazu entschlossen, sie selber zu schreiben. Unser Film erzählt die Geschichte von zwei Freunden, die versuchen, Karriere in den USA zu machen und schließlich in Miami eine Tauchschule eröffnen.

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