Interview mit Karl Urban

Der „Herr der Ringe“ ist für den aus Neuseeland stammenden Karl Urban die erste Superproduktion, die er dreht. Aufgefallen ist er vor allem durch die Serie Xena, in der er Julius Cäsar spielte. Er berichtet von den unvergesslichen und abenteuerlichen Dreharbeiten der Peter Jackson Trilogie...


Hattest du die Tolkien Bücher gelesen, bevor du in „Der Herr der Ringe“ mitgespielt hast?

Ich habe die Trilogie gelesen, als ich 12 Jahre alt war. Als Peter Jackson begann, an dem Drehbuch für diesen einzigartigen Roman zu arbeiten, las ich ihn ein zweites Mal. Ich hatte nur noch einen Gedanken im Kopf: an diesem Abenteuer teilzunehmen. Leider hatten die Dreharbeiten bereits seit sieben Monaten begonnen und ich glaubte keine Chance mehr zu haben, daran teilzunehmen. Ich wußte damals nicht, daß Eomers Rolle noch unbesetzt war. Harry Sinclair, Regisseur von „The Price of Milk“, hat Peter Jackson diesen Film gezeigt, woraufhin dieser mich umgehend engagierte. Ich habe nicht einmal Probeaufnahmen machen müssen!


Eomer ist ein erfahrener Reiter. Ist das auch dein Fall?

Nein, überhaupt nicht. Vor „Der Herr der Ringe“ bin ich einige Male auf ein Pferd gestiegen, war aber weit davon entfernt, ein guter Reiter zu sein. Deshalb habe ich auch vor den Dreharbeiten zwei Monate lang Reitstunden genommen. Ich wollte nicht für die Reitszenen gedoubelt werden und habe gelernt im Galopp zu reiten und die Zügel dabei nur in einer Hand zu halten. Die andere war frei, um mit einem Schwert zu kämpfen. Das war einfach genial. Ich erinnere mich an die Szene in „Die Rückkehr des Königs“, wo wir mit 150 Reitern durch das Tal von Edoras ritten. Das war sehr eindrucksvoll und abenteuerlich...


Wie hast du gelernt mit einem Schwert umzugehen?

Das war genauso aufregend. Ich kann euch dazu auch eine interessante Anekdote von meinen ersten Schwertstunden berichten. Mein erster Schwertkurs hat ungefähr eine Stunde gedauert, mein Lehrer war ein Stuntman, dessen Namen ich nicht kannte. Ich habe sofort gemerkt, daß er ziemlich stark war. Nachdem die erste Trainingsstunde beendet und er gegangen war, kam einer der Techniker: „Weißt du, mit wem du da gerade trainiert hast? Dark Vador! Anfangs wußte ich nicht, worüber er sprach. Dann hat er mir erklärt, daß mein Trainer Brad Anderson war, der in „Star Wars“ Dark Vador spielt! Schließlich kämpft man nicht jeden Tag gegen Dark Vador! (Lachen)


Welches ist das markanteste Erlebnis, das du bei der Herr der Ringe hattest?

Nach einem besonders anstrengendem Drehtag hatten Viggo, Orlando, Bernard Hill (Theoden), Miranda Otto und ich nicht mehr die Energie, zu unserem Hotel zu fahren. Denn am nächsten Tag sollten die Dreharbeiten im Morgengrauen weitergehen. Da das Hotel anderthalb Stunden vom Drehort entfernt lag, mußten wir noch viel früher aufstehen, um pünktlich zu sein. Wir haben deshalb ganz in der Nähe des Drehortes neben einem See unsere Zelte aufgeschlagen. Viggo ist Fischen gegangen, wir haben ein Lagerfeuer gemacht, um uns Anekdoten zu erzählen, zu lachen und Musik zu hören. Das war geradezu magisch...


Hättest du geglaubt, daß die Trilogie einen derartigen Erfolg haben würde?

Vielleicht nicht in dem Ausmaß. Viele und dazu gehörten vor allem Journalisten und auch andere Kinoprofis haben nicht an den Erfolg von „Der Herr der Ringe“ geglaubt. Man brauchte schon großen Mut dazu, zum ersten Mal in der Geschichte des Kinos wurden drei Filme auf einmal gedreht. Ich werde Peter immer dankbar sein, an diesem Abenteuer teilgenommen zu haben...

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