Interview mit Miranda Otto

Miranda Otto spielt eine der wenigen weiblichen Rollen in „Der Herr der Ringe“. Als die australische Schauspielerin die Rolle von Eowyn akzeptierte, wußte sie noch nicht, daß die Trilogie von Peter Jackson so viel Erfolg haben würde. hier näheres dazu...


„Wann hast du das erste Mal von dem Filmprojekt „Der Herr der Ringe“ gehört?

Damals drehte ich gerade „Schatten der Wahrheit“ (mit Harrison Ford) unter der Leitung von Robert Zemekis, der Peter Jackson sehr gut kennt, da er seinen Film „The Frigtheners“ produziert hatte. Da ich Australierin bin, hat Robert mich gefragt, ob ich wüßte, daß Peter Jackson gerade „Der Herr der Ringe“ in Neuseeland drehte. Allerdings hatte ich noch nichts von diesem Projekt gehört. Die Romane von Tolkien kannte ich auch nicht. Damals dachte ich noch, daß diese Bücher ausschließlich für Jungs bestimmt waren...


Du hast also für die Rolle von Eowyn vorgespielt, obwohl die Dreharbeiten bereits begonnen hatten?

Stimmt. Um mich herum sprachen immer mehr Leute von den Castings, die in Australien stattfanden. Anscheinend war eine ganze Reihe an Schauspielern daran interessiert. Viele träumten von diesem Projekt. Und anstatt mich davon entmutigen zu lassen, hat mich das angespornt. Ich hatte eine Vorahnung. Eine innere Stimme sagte mir, daß mein Schicksal eng an diese Filme gebunden sei. Im Dezember 99 habe ich mein Glück beim Casting versucht und die Rolle erhalten...


Was hat dich am meisten an der Rolle von Eowyn angezogen?

Sie ist eine starke mutige Frau. Ihre Persönlichkeit hat nichts mit den Klischeevorstellungen von passiven Wesen zu tun, die Männer oft von Frauen haben. Sie zögert nicht, sich als Mann zu verkleiden, um zu kämpfen und das Königreich zu verteidigen. Ich bewundere sie sehr.


Hast du damals geahnt, daß du an einer der gigantischsten Kinoprojekte der Filmgeschichte beteiligt sein würdest?

Nicht im Geringsten! Da der Film von Peter Jackson realisiert wurde und die Dreharbeiten in Neuseeland stattfanden, nahm ich an, daß die Produktionsfirma abgebrannt sei. Ich glaubte an einem kleinen unabhängigen Filmprojekt teilzunehmen, ähnlich denen, die Peter bis dahin realisiert hatte. Ich kann ihnen gar nicht sagen, wie überrascht ich war, als ich am Drehort eintraf. Das war genau das Gegenteil von dem, was ich erwartet hatte! Als ich die kolossalen Bühnendekorationen sah, die Statisten und die überaus realistischen Kreaturen, konnte ich es kaum fassen. Ich wäre beinah umgefallen! (Lachen)


Mußtest du dich auf die Rolle vorbereiten?

Ich habe gelernt, mit einem Schwert umzugehen. Das war einfach genial! Und es hat mir ermöglicht, meine Aggressivität und meine Energie loszuwerden, das habe ich noch nie zuvor getan. Vor den Dreharbeiten hatte ich mich gerade von meinem Freund getrennt und war ziemlich down. Komischerweise hat mir das Schwert- Training unheimlich gut getan. Mich richtig entspannt...


Du gehörst zu den wenigen weiblichen Rollen der Trilogie. Ist es nicht schwierig, nur mit Männer zu drehen?

Ja, ein wenig, aber ich hatte das Glück, mich mit Liv Tyler schon zu Beginn der Dreharbeiten anzufreunden. Sie hatte bereits einige Wochen zuvor mit dem Dreh begonnen und als sie mich sah, kam sie auf mich zu und rief: „Endlich, eine Frau! Ich fing schon an, die Hoffnung aufzugeben!“ (Lachen) Wir haben sehr viel mehr Zeit miteinander verbracht. nach harten Drehtagen sind wir des Öfteren abends zusammen in die Kneipe gegangen.


Hast du, ganz wie Eowyn, bereits einen Mann geliebt, der dich nicht liebte?

Wie fast jedem ist mir das bereits auch passiert. Aber ganz im Gegensatz zu Eowyn, hat mich das viel mehr nach unten gezogen. Ich war total am Boden zerstört, dem Abgrund nahe. Mit der Zeit habe ich dann gelernt, daß die Männer, die ich liebte – mich aber nicht liebten – nichts für mich waren. Ich bedauere also nichts...

ONE

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