Interview mit Sean Astin

Bevor er die Rolle von Sam Gamdschi spielte, hatte Sean Astin noch nie etwas von „Der Herr der Ringe“ gehört. Trotzdem hat der Schauspieler seine ganze Energie in die Rolle gesteckt und ein eigens für die Rolle fünfundzwanzig Kilo zugenommen.


Als dir die Rolle von Sam Gamdschi übertragen wurde, warst du da bereits Fan von „Der Herr der Ringe?“

Nein, überhaupt nicht. Ehrlich gesagt habe ich das erste Mal von „Der Herr der Ringe“ gehört, als mein Agent mir ankündigte, daß Peter Jackson einen Film plante und es interessante Rollen gab. Ich habe meinen Agenten gefragt, worum es in dem Film gehe und er hat mir gesagt: „Es handelt sich um die Adaption von ‚Der Herr der Ringe‘, dem berühmten Roman von Tolkien...“ Ich habe ihn mit großen Augen angeschaut und ihn gefragt: „Der Herr von was???“ Er hat mir dann gesagt, daß es ich um die Abenteuer des kleinen Hobbits handelt, was mir auch nichts sagte... Ich hatte in meiner Kindheit mal etwas von „Hobbits“ gehört, aber das ist auch alles...


Warum hast du dich für die Rolle von Sam beworben, obwohl du nicht wußtest, was ein Hobbit ist?

Als mein Agent die Worte „Trilogie“, „Peter Jackson“ und „New Line“ aussprach, habe ich mir keine weiteren Fragen gestellt. Ich habe sofort begriffen, daß es sich um ein großes Projekt handelte. Auch ohne die Bücher „Der Herr der Ringe“ zu kennen, wollte ich an dem Projekt sehr gern teilnehmen. Komischerweise motivierte mich dieses Projekt sehr. Ich hatte den Eindruck, daß dieser Film wie für mich geschaffen sei, zu meinem Schicksal gehörte.


Hast du das Buch „Der Herr der Ringe“ vor deinem Casting gelesen?

Ich bin sofort nach dem Gespräch mit meinem Agenten ins Auto gesprungen und habe mich in eine Buchhandlung in Los Angeles begeben. Ich habe den Buchhändler gefragt, ob er J.R.R. Tolkien kenne und das Buch „Der Herr der Ringe“ vorrätig sei. Ohne zu zögern hat er mir geantwortet: „Zweiter Stock, vierte Reihe rechts...“. Ich war etwas erstaunt, bin nach oben gegangen und habe sofort begriffen, daß J.R.R. Tolkien bestimmt kein unbekannter sei. In den Regalen standen unzählige unterschiedliche Ausgaben von „Der Herr der Ringe“, so daß ich nicht wußte, für welche ich mich entscheiden sollte... Ich habe eine mit schönen Illustrationen von Alan Lee ausgewählt, dann bin ich nach Hause gefahren, und wollte sofort wissen, worum es in der Trilogie ging...


Und was war dein Eindruck danach?

Ehrlich gesagt hatte ich anfänglich Schwierigkeiten, mich dafür zu begeistern. Obwohl es gut geschrieben und sehr fantasievoll ist, konnte ich nicht richtig in die Geschichte einsteigen. Um mich gut auf das Casting vorzubereiten, habe ich weiter gelesen und mich vor allem für die Rolle von Sam interessiert. Ich hatte allerdings eher den Eindruck ein Student zu sein, der sich auf eine Prüfung vorbereitet. Allerdings habe ich mich auf den ersten Band beschränkt. Wenn ich daran denke, ist mir das richtig peinlich! Ich hatte das Buch nicht mal bis zum Ende gelesen, als ich mich beim Casting vorstellte...


Und wie ist das Casting verlaufen?

Eigentlich ganz gut. Als man mir sagte, daß Sam ziemlich stämmig sei, habe ich für das erste Casting ungefähr zehn Kilo zugenommen. nach dem Casting zögerte Peter Jackson zwischen mir und einem englischen Schauspieler, der kleiner und dicker als ich war, was eigentlich besser zur Rolle paßte. Aber ich habe ihn überzeugt und ihm versichert, daß ich zwar nicht kleiner aber immerhin dicker werden könnte. Daraufhin hat er mich engagiert, als ich ihm versicherte, weitere zehn Kilo zuzunehmen... Ich aß für drei und zu Beginn der Dreharbeit wog ich dann mehr als 90 Kilo... Das war schrecklich!


Wie bist du damit fertig geworden, so viel zuzunehmen?

Das war nicht immer ganz einfach. Am Ende der Dreharbeiten war ich wirklich müde und hatte immer größere Bewegungsschwierigkeiten. Einmal wollte ich mit Elijah und Orlando surfen gehen. Sobald ich auf dem Brett stand, hatte ich den Eindruck ein riesiger Wal zu sein, der versucht, sich auf einen Grashalm zu stellen. Ich schaffte es nicht mich aufzurichten und hatte dann keine Lust mehr zu surfen... Wenn ich mir heute „Die Gefährten“ anschaue, gibt es Passagen, in denen ich mich kaum wieder erkenne. Seit dieser Zeit habe ich glücklicherweise einiges an Gewicht verloren. Aber das war nicht einfach und ich verstehe heute die Frauen besser, die Schwierigkeiten haben, eine Diät zu machen...
(Lachen)


In der Trilogie verbringen Sam und Frodo viel Zeit miteinander. Wie war die Zusammenarbeit mit Elijah Wood?

Wir haben uns glänzend verstanden. Elijah ist ein unglaublicher Junge! Und er hat so unglaublich viel Energie! (Lachen) Trotz unseres Altersunterschiedes kann ich mir nicht vorstellen, ihm früher ähnlich gewesen zu sein. Er ist flink wie eine Katze und nichts macht ihm Angst. Bei den Aufnahmen zu einigen Szenen hatte ich im Vergleich zu ihm den Eindruck steinalt zu sein. Ich fragte die Techniker stets, ob irgendwo Gefahren lauerten oder man sich wehtun könnte... Elijah seinerseits dachte nie darüber nach und stürmte sofort los. Mir blieb nichts anderes übrig, als ihm zu folgen... Allerdings war das gleichzeitig ziemlich motivierend. Im Laufe der Zeit sind wir uns dann immer näher gekommen. Heute betrachte ich ihn als so eine Art kleinen Bruder.

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