Billy Boyd

Wie alle Schauspieler der Trilogie kann Billy Boyd, alias Pippin, stundenlang über die Dreharbeiten von „Der Herr der Ringe“ sprechen. Er hat immer noch eine Anekdote auf Lager und hat uns einige amüsante Spezialtricks erklärt, die es ermöglichen, die Hobbits so realistisch in Szene zu setzen.

Die Schauspieler von „Der Herr der Ringe“ haben sich blendend verstanden und sind zu unzertrennlichen Freunden geworden. Aber wie war die Atmosphäre am Anfang der Filmaufnahmen?

Ich traf als einer der ersten in Neuseeland ein. Vor Ort war bereits Orlando Bloom, mit dem ich mich auf Anhieb gut verstand. ich weiß auch nicht, warum die Schauspieler sich alle so gut verstanden haben. Vielleicht hat uns die Tatsache einander näher gebracht, daß wir alle die Protagonisten eines einzigartigen Abenteuers waren und dadurch das Gefühl hatten, eine gemeinsame und wichtige Aufgabe vor uns zu haben. In den Monaten vor den Filmaufnahmen sind die Schauspieler nach und nach eingetroffen und für jeden Neuankömmling wurde eine Begrüßungsfeier veranstaltet. Dadurch haben wir schnell Bekanntschaft gemacht.


In „Die Rückkehr des Königs“ haben die Hobbits und insbesondere Frodo Schwierigkeiten, nach ihren ganzen Abenteuern wieder ein normales Leben zu führen. Hast Du in Deiner Schauspielerkarriere nicht das gleiche Problem?

Ja und nein. Nach „Der Herr der Ringe“ habe ich sofort „Master and Commander“ mit Russel Crowe gedreht. Ich hatte viel Spaß beim drehen des Films und nicht den Eindruck, daß diese Rolle weniger interessant war als die von Pippin. Aber ich bin mir der Gefahr schon bewußt. Denn wenn ich erstmal so vorgehe, werde ich keine einzige Rolle mehr akzeptieren können...


Kommen wir noch einmal auf den Film „Die Rückkehr des Königs“ zurück. Kannst Du uns einige Spezialtricks verraten, die Peter Jackson beim Filmen der Hobbits benutzt hat?

Da die drei Filme gleichzeitig realisiert wurden, waren die Trickaufnahmen für „Die Rückkehr des Königs“ die gleichen wie bei „Die Gefährten“ und „Die zwei Türme“. manchmal spielten bei den Aufnahmen Kinder unsere Rollen, es wurde mit Naturaufnahmen oder auch aufwendigen Digitaleffekten gearbeitet. Hin und wieder haben wir Filmsets in Übergröße gebaut. In Minas Tirith, als Pippin und Gandalf auf dem Balkon von Denethors Palast stehen, knie ich daneben. So sehe ich wesentlich kleiner aus.


Andere Tips dieser Art?

In anderen Szenen haben wir auf den „großen Paul“ zurückgegriffen, einen übergroßen Schauspieler... Er mißt 227 cm! Wenn die Hobbits neben anderen großen Personen wie Gandalf oder Aragorn gefilmt werden sollten, dann wurden Ian McKellen oder Viggo Mortensen durch Paul gedoubelt. Der Trick ist einfach, klappt aber bestens. Um den Eindruck zu wecken, daß jemand klein ist, muß man nur einen Riesen daneben stellen! Mit meinen 170 cm sah ich neben Paul geradezu wie ein Zwerg aus... Er hat während der gesamten Aufnahmen viele verschiedene Schauspieler gedoubelt, sogar Eowyn. Als sie mit Merry auf Minas Tirith zureitet, sitzt Paul auf dem Pferd. Man stelle sich einen 227 cm großen Mann in Frauenkleidern vor, der auf einem Pferd sitzt, einfach fürchterlich... (Lachen)


Erinnerst Du Dich an die letzte Szene, die Du gedreht hast?

Meine letzte große Szene war die, in der Pippin bei der Besetzung von Minas Tirith einen Ork tötet. In der Abschlußszene betrachtet Pippin stolz das Blut, das an seinem Schwert herunter läuft. Man sieht, daß er selbst über seine Leistung erstaunt ist. In diesem Augenblick waren die Dreharbeiten für „Der Herr der Ringe“ für mich beendet.


Hat dich das berührt?

Ja sehr. Nach dieser Szene habe ich alle Techniker umarmt. Mir standen die Tränen in den Augen. Ehrlich gesagt, dachte ich nicht, daß ich so reagieren würde.

Hast Du einige Souvenirs aufbewahrt?

Peter Jackson hat mir das Schwert geschenkt, mit dem ich den Ork getötet habe. Ich habe auch die Klappe der letzten Szene mit nach Hause nehmen dürfen. Ich habe sie in meinem Wohnzimmer auf das Regal gestellt.


Du schreibst zurzeit an einem Drehbuch mit Dominic Monaghan. Kannst Du uns etwas mehr über die Geschichte erzählen?

Es handelt sich vorerst nur um ein Projekt, aber was die Geschichte angeht, so sind wir gut vorangekommen. Wir haben zu den Filmaufnahmen zu „Der Herr der Ringe“ damit angefangen, als wir uns zwischen zwei Aufnahmen langweilten. Es handelt sich um eine Komödie. Wir sind auf die Idee gekommen, als wir zusammen Tauchstunden nahmen. Man kann sich das nur schwer vorstellen, aber wir haben uns bei unseren ersten Tauchstunden so gut amüsiert, daß wir beschlossen, einen Film daraus zu machen... Wir haben ein Drehbuch über zwei Engländer geschrieben, die in Miami eine Tauchschule leiten... Auf den ersten Blick mag man den Eindruck haben, daß die Geschichte etwas oberflächlich sei, aber sie ist wirklich sehr lustig... (Lachen)

 

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