John Rhys-Davies
Wenn John Rhys-Davis auf etwas stolz sein
kann, dann auf die Tatsache, daß er an zwei Trilogien
teilgenommen hat, die Filmgeschichte geschrieben haben: „Indianer
Johnes“ und „Der Herr der Ringe“. Mit fast
60 Jahren hat der Schauspieler die Rolle von Gimli gespielt
und kann dabei stolz auf seine Karriere sein...
Ich muß zugeben, daß ich anfangs
nicht so begeistert von der Idee war, in der Trilogie zu spielen.
Ich war davon ausgegangen, daß Tolkiens Werk nicht verfilmbar
sei und ehrlich gesagt hatte ich nicht den Eindruck, daß
Peter Jackson einer derartigen Aufgabe gewachsen sei. Mein jüngster
Sohn hat mich schließlich dazu bewegt, die Rolle von Gimli
anzunehmen. Er meinte, daß ich verrückt sei, wenn
ich mir eine derartige Chance entgehen lassen würde. Ich
habe wirklich lange gezögert, bevor ich meine Entscheidung
getroffen habe. Letztendlich sagte ich zu und fuhr zu den Dreharbeiten
nach Neuseeland. Allerdings war ich nicht gerade zuversichtlich
und glaubte immer noch nicht, daß Peter der richtige Mann
dafür sei. Ich wollte ihn bei der Arbeit sehen...
Wann ist ihnen klar geworden, daß Peter Jackson über
die entsprechenden Kompetenzen verfügte?
Als ich sah, wie er sich mit Laib und Seele
in das Projekt stürzte und vor allem, mit welchem Einsatz
er versuchte, Tolkiens Universum zu beleben. Zuerst war ich
mißtrauisch. Ich hatte die Rolle akzeptiert, weil mein
Agent mir gesagt hat: Wenn Du diesen Film ablehnst, dann ist
daß das Ende unserer Zusammenarbeit. Das wäre ein
schwerer Fehler. Ich habe also trotz bestehender Zweifel zugesagt.
Bei meiner Ankunft in Neuseeland, habe ich mir gesagt: Ich werde
mir die Studios anschauen und Peter Jackson mitteilen, daß
ich nicht im Film spiele, wenn ich Dinge sehe, die mir nicht
gefallen. Ich habe mir die Studios genau angeschaut: Ausstattungen,
Spezialeffekte, Maske und Kostüme und habe nichts gefunden,
was mir nicht gefiel, ganz im Gegenteil. Um mich herum arbeiteten
lauter Profis und Talente an dem Filmprojekt. Ich war beeindruckt.
Zwei Wochen, nachdem die Dreharbeiten begonnen haben, sagte
ich als erster zu den anderen Schauspielern: „Dieses Projekt
wird Filmgeschichte schreiben...“
Gimli ist im dritten Teil weniger präsent als in den ersten
beiden Teilen der Trilogie. Waren Sie deshalb enttäuscht?
Ich persönlich schon! (Lachen) Aber ich
weiß, daß Peter wichtigeres zu erzählen hatte
als über Gimlis Trübsal zu berichten. In der langen
Version des Films auf DVD ist Gimli allerdings mehr zu sehen.
Wir haben eine Szene gedreht, in der Gimli und Legolas zusammen
zechen, ich bin sicher, daß das Publikum sich darüber
totlachen wird. Übrigens bin ich mir sicher, daß
der Film noch besser geworden wäre, wenn Peter diese Szene
in die Kinofassung aufgenommen hätte...
Welche Rolle spielt Gimli Ihrer Ansicht nach in der Trilogie?
Gimli soll dem Film eine humoristische Seite
geben. Die Ereignisse sind derartig tragisch, daß der
Zuschauer ständig emotional aufgeladen ist. Gimli soll
durch seine komischen Einlagen dafür sorgen, daß
der Zuschauer zwischendurch einmal Luft holen kann. Noch hinzu
kommt, daß Gimlis komisches Talent recht ausgeprägt
ist und er nicht einmal zu bemerken scheint, daß er kleiner
als alle anderen ist.
Was fehlt Ihnen, wenn Sie an die Dreharbeiten der drei Filme
denken?
Die Neuseeländer und Neuseeländerinnen,
ich habe noch nie zuvor so liebenswerte Menschen kennen gelernt.
Übrigens würde ich jedem raten, dieses wundervolle
Land einmal zu besuchen. Sie werden er garantiert nicht bereuen...
Und in bezug auf die anderen Schauspieler?
Wissen Sie, ich habe täglich sehr viel
Zeit, bei der Maske verbracht, so daß ich die anderen
Schauspieler nur selten sah. Ich habe nur wenig intensive Augenblicke
mit ihnen teilen können. Das ist natürlich schade...
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