Orlando Bloom

Vom heroischen Elbenkrieger zum romantischen Freibeuter: Der Bogenschütze aus „Der Herr der Ringe“ segelt mit dem FLUCH DER KARIBIK auf Erfolgskurs


Er ist der Schwarm aller Mädels. Und daß weiß er, obwohl es ihn oft verlegen macht. Orlando Bloom, 26, war er noch vor wenigen Jahren ein unbekannter Schauspieler, der hin und wieder im englischen Fernsehen zu sehen war, ohne dass er sonderlich auffiel.
Dann verbrachte er 18 Monate in Neuseeland, um in Peter Jacksons „Der Herr der Ringe“- Trilogie den Elbenkrieger Legolas zu spielen. Und schon bald lag dem Sohn eines südafrikanischen Anwalts und Menschenrechtlers die Welt zu Füßen, oder besser: Die Mädchenwelt. Der von Elijah Wood verkörperte Ringträger Frodo ist zwar der Held der Serie, aber der blond gezopfte Legolas ist ihr Pin- up. Nie zuvor hatte ein Bogenschütze mehr ins Herz getroffen.
Bevor Ende des Jahres mit „Die Rückkehr des Königs“ der letzte Teil der „Ringe“- Trilogie startet, segelt Bloom nun in „Fluch der Karibik“ im Fahrwasser klassischer Piratendarsteller wie Errol Flinn oder Tyrone Power. Produzent Jerry Bruckheimer hatte Bloom schon am Set des Kriegsfilms „Black Hawk Down“ auf das Vorhaben angesprochen, dem Genre der Seeräuberpistole eine neue Wendung zu verschaffen: „Damals war das Drehbuch aber noch nicht fertig und das humoristische Element geringer.“
Bloom heuerte sofort bei Brookheimer an, wobei auch karrierestrategische Gründe eine Rolle spielten: Nach seinem fulminanten Durchbruch mit dem ätherischen Legolas war es an der Zeit, aus dessen Schatten zu treten und sich in handfesteren Rollen zu erproben. Bloom drehte in schneller Folge drei sehr unterschiedliche Filme: Die australische Gangsterballade „Ned Kelly“ – 1970 bereits einmal mit Mick Jagger in der Titelrolle verfilmt – den „Fluch der Karibik“ und „The Calcium Kid“, eine Komödie über einen Milchverkäufer und Freizeitboxer, der in seiner Heimat gegen den Weltmeister in den Ring tritt.
Ein weiter Weg für einen Mann, dem noch vor fünf Jahren die medizinische Diagnose gestellt wurde, womöglich nie wieder laufen zu können. Orlando Bloom fiel 1998 in London von einer Dachterrasse, stürzte drei Stockwerke tief und brach sich das Rückgrat. Die Ärzte räumten ihm geringe Chancen ein, doch wie ein Wunder konnte er nach mehreren Operationen als geheilt entlassen werden. Kurz darauf packte er die Koffer und flog nach Neuseeland.
Seither ist er zum Jetsetter in Sachen Film geworden, zuletzt mit Aufenthaltsort Malta, wo er unter Regie des Deutschen Wolfgang Petersen („Das Boot“) „Troy“ dreht, die Verfilmung des Trojanischen Krieges. An der Seite von Bratt Pitt und Eric Bana verkörpert Bloom Trojas Prinzen Paris, Günstling der Liebesgöttin Aphrodite und Herausforderer des griechischen Heerführers Menelaos. Erneut eine Kostümrolle. Orlando Bloom scheint für altertümliche Heldenstoffe förmlich prädestiniert. Sehnt er sich nicht manchmal nach einer Rolle, die er in ganz normalen Straßenklamotten spielen kann? „Und wie!“, stöhnt er auf. „Meine Traumrolle wäre es, endlich mal einen Joe Jedermann zu verkörpern, der mit drei Freunden in einer Bar sitzt und Karten spielt.“ Ganz ohne Bogen und Enterhaken. Der Tag wird kommen.
Heiko Rosner

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