Orlando Bloom

Orlando Bloom, die große Entdeckung aus „Der Herr der Ringe“, ist mittlerweile ein weltweit anerkannter Star. Er spricht nicht ohne Wehmut in der Stimme von den Dreharbeiten in Neuseeland, und den Bindungen, die durch die Trilogie zu den anderen Schauspielern entstanden sind

Wie war der letzte Drehtag von „Der Herr der Ringe“?

Gar nicht so einfach. Als ich meine Perücke und meine spitzen Ohren zum letzten Mal angelegte, war ich den Tränen nahe. Am Ende hat Peter Jackson mir als Souvenir an den Film Pfeile und Bogen geschenkt. Der Stuntman, der einige gefährliche Szenen für mich gedoubelt hatte, tanzte zum Abschied einen Aka für mich, einen traditionellen neuseeländischen Tanz. In diesem Moment wurde mir bewußt, daß die Dreharbeiten von „Der Herr der Ringe“, die immerhin vierzehn Monate gedauert hatten, einen bleibenden Einfluß auf mein Leben haben würden. Ich werde dieses ungewöhnliche Abenteuer bestimmt nie vergessen.


Du scheinst sehr wehmütig, wenn Du an die Zeit zurückdenkst. Fehlt Dir das Ambiente der Dreharbeiten?

Was mir ehrlich gesagt am meisten fehlt, sind meine Freunde. Es ist normal, wenn man bei den Dreharbeiten zu einem Film Kontakt zu anderen Schauspielern hat. In der Regel ist es aber so, daß die Darsteller nach Abschluß der Dreharbeiten getrennte Wege gehen. Mit einigen bleibt man in Kontakt, aber dauerhafte Freundschaften entstehen nur selten. Bei „Der Herr der Ringe“ hatte ich allerdings den Eindruck, eine neue Familie gefunden zu haben. Auch wenn die Dreharbeiten vorbei sind, werden wir lebenslang Freunde bleiben.


Findest Du, daß Legolas Tolkiens Vorstellungen entspricht?

Ich denke schon, daß die Figur mit der aus dem Buch übereinstimmt. Richtig ist aber auch, daß Peter Jackson einige Szenen mit ihm völlig neu erfunden hat, einfach um Legolas Charakter eine humorvollere Seite zu verleihen. In „der Rückkehr des Königs“ gibt es eine Szene, in der Legolas auf einen Ollifanten springt und ihn innerhalb weniger Sekunden KO schlägt. Im Buch existiert diese Szene nicht. Sie ist da, um mehr Action in den Film zu bringen, gleichzeitig paßte sie aber auch ziemlich gut zu Legolas Charakter.
Er ist ein agiler furchtloser Kämpfer, der schier unbesiegbar ist. Alle Charaktereigenschaften, die Tolkien ihm im Buch gegeben hat, kommen auch in Peter Jacksons Trilogie vor.


Die Szene, in der Legolas den Olifanten aus dem Weg räumt, war anfänglich nicht vorgesehen. Sie wurde kurz vor dem Erscheinen von „Die Rückkehr des Königs“ gedreht. Warum wollte Peter Jackson Deiner Meinung nach diese Szene unbedingt aufnehmen?

Wissen Sie, Peter bringt die Leute gerne zum Lachen. Als er feststellte, daß die Zuschauer Legolas in den ersten beiden Filmen sehr amüsant fanden, kam er auf die Idee, eine Szene zu schreiben, die alle seine unterschiedlichen „Heldentaten“ enthalten würde, eine Art „Best of“. Die Szene mit dem Olifanten ist eine Anspielung auf drei Szenen der Trilogie : in „Die Gefährten“ tötet Legolas einen Troll, in „Die zwei Türme“ steigt er auf ein Pferd und macht dabei eine Pirouette und bei der Schlacht von Helms Klamm surft auf einem Schild eine Treppe hinunter. Die Gleitpartie auf dem Rüssel des Olifanten ist eine Anspielung auf die Szene mit dem Schild, die für Tausende von Fans zu einer Kultszene geworden ist.


Einige Schauspieler wurden wegen ihrer Größe für „Der Herr der Ringe“ ausgesucht. Ist das auch dein Fall?

Ich glaube nicht... Aber es stimmt, daß viele Schauspieler vor allem wegen ihrer Größe engagiert wurden. Zum Beispiel all die, die Hobbits spielen sollten. Für die Menschenrollen wurden natürlich größere Darsteller ausgewählt. Bei den Elbenrollen war das ein bißchen anders. Peter Jackson hat bei den Castings vor allem nach Schauspielern mit einem ausgefallenen oder ungewöhnlichen Look gesucht. Ich weiß nicht, ob das wirklich ein Kompliment für mich ist! Wie dem auch sei, ich bin wirklich froh darüber, diese Rolle bekommen zu haben... (Lachen)


Stimmt es, daß Du gerne eine Liebesszene mit Liv Tylor gedreht hättest?

Ich gebe zu, daß ich Peter Jackson mehrere Male darum gebeten habe, eine Liebesszene für Legolas und Arwen zu schreiben, aber er hat sich nicht dazu überreden lassen! Schade... (Lachen)


Hast Du wirklich höllische Angst vor Haien?

Seitdem ich „Der weiße Hai“ gesehen habe, habe ich immer ein bißchen Angst, baden zu gehen... und fürchte mich davor, eine Flosse am Horizont zu entdecken. Deshalb bin ich trotzdem bei den Dreharbeiten von „Der Herr der Ringe“ surfen gegangen, aber irgendwie war mir nicht ganz wohl dabei. Einmal sind wir sogar nachts surfen gegangen . Bei Vollmond und es war noch ziemlich hell. Zwischen zwei Wellen habe ich ganz plötzlich eine Flosse auftauchen sehen. Ich bin in Panik ausgebrochen und habe wie ein Verrückter versucht, so schnell wie möglich ans Ufer zu gelangen. Angstvoll habe ich dann hinter mich geschaut, um zu sehen, ob ich noch in Gefahr war und stellte fest, daß es sich um einen harmlosen Delphin handelte, der spielen wollte. Ich hatte seine Flosse mit der eines Hais verwechselt...

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