"Ich suchte einfach eine Herausforderung"

Orlando Bloom über Haustiere, Kurzfilme und Andre
Von David Boyer im May 2002-06-07


Vor einigen Monaten hatte ich die großartige Chance mit allen beiden zu sprechen, sowohl mit Andre Schneider als auch mit Orlando Bloom. Ich sprach mit ihnen über ihren Kurzfilm "Deed Poll", der von Jeremy Podeswa geschrieben und von Jeffrey Arsenault auf Cellolid gebannt wurde.
Als ich den Film zuerst sah war ich überwältigt von ihrem elektrisierendem Spiel und traf mich dann mit Schneider zu einem weiteren Interview in London. Dann, am 20. Mai - einem Montag - rief ich Bloom, der momentan in Australien zusammen mit Heath Ledger filmt, an. Um mich mit ihm über seine Freundschaft mit Andre zu unterhalten....
BOYER: Was ist deiner Meinung nach der schwierigste Teil deines Jobs?

BLOOM: Manchmal denke ich, dass es recht traurig ist dass ich Maude weggeben musste, meinen Hund, den ich wie mein eigenes Kind liebe. Das war wirklich hart [...] Und man vernachlässigt automatisch einige Freundschaften, was mindestens genauso traurig ist.
BOYER: Ich habe vor kurzem einige Interviews mit Andre Schneider über "Deed Poll" gelesen. Soweit ich informiert bin hat er den Film noch gar nicht gesehen. Und du?
BLOOM: Ja, ich habe ihn gesehen.
BOYER: Und...?

BLOOM: Nun ja, es ist ein provozierender, heftiger Film - so würde ich das ausdrücken, wenn ich es in einem Satz sagen müsste. Hast du den Film gesehen?
BOYER: Hab ich. Und ich hab ihn gemocht! Vor allem diese intensiven Küsse zwischen dir und Andre. Sie sahen so echt aus. Hat dir der Dreh mit ihm gefallen?

BLOOM: "Deed Poll" war das nervenaufreibenste, herausfordernste Projekt, das ich je auf mich genommen habe - zumindest bis jetzt. Ich meine, ich hatte nach Herausforderung gesucht als ich mich für casten lies, aber als das Filmen dann anfing fühlte ich mich überhaupt nicht mehr wohl. Weißt du, wir hatten einigen Ärger mit unserem Regisseur. Und dann war da noch diese Nacktheits-Sache; wir mussten 34 Tage nackt sein [...] Aber Atti war einfach nur göttlich, ich meine, es war das erste Mal, dass wir richtig zusammen drehten. Er ist einfach nur phantastisch! Er ist Deutscher, wie du weißt, und sehr diszipliniert und all das eben. Aber er ist auch sehr lustig [...] Ich meine, du hast sein Gespür für Ironie und seinen Witz sicherlich auch schon kennen gelernt. Ich habe seine sanfte Stimme und sein Aussehen schon immer bewundert. Also war's recht einfach, sich in ihn "zu verlieben". [lacht]
BOYER: Andre hat mir von der Geschichte mit Arsenault erzählt. Du weißt schon, als er zu dir sagte "Das, mein lieber, nennt man schauspielern"....

BLOOM: Ah, ja, das war eine lustige kleine Geschichte. Weißt du, in der ersten Liebesszene sollte ich sehr zögerlich sein und ich sagte zu Jeff "Niemand wird uns das abnehmen, Herrgott. Hast du ihn gesehen? Kein Mann würde zweifeln, mit ihm ins Bett zu steigen - ganz egal, wie hetero er auch sein mag. Wie soll ich das denn dann schauspielern?" und er antwortete: "Das, mein lieber, nennt man schauspielern". [lacht]. Ich hab natürlich nur Spaß gemacht.
BOYER: Wie hast du Andre kennengelernt?

BLOOM: Joanne [Morley] hat uns einander auf ihrer Geburtstagsparty vor ein paar Jahren vorgestellt.
BOYER: Es heißt, dass ihr beide sofort sehr gut miteinander auskamt - obwohl sie dich für ihn verließ?

BLOOM: Oh, unsere Beziehung war schon vorbei bevor sie Atti traf. Er war wirklich nicht der Grund. Das ist nur eins von diesen Gerüchten. Aber, ja, wir konnten uns von Anfang an gut leiden.
BOYER: Also wusstet ihr nicht, dass ihr das selbe Mädchen einst getroffen habt?

BLOOM: Nein, überhaupt nicht. Joanne hat's uns erst viel später erzählt. Du siehst, wir haben beide einen guten Geschmack. Das verbindet. [lacht] Aber wir haben auch noch andere Sachen gemeinsam.
BLOYER: Und was zum Beispiel?

BLOOM: Wir beide mögen seltsame Klamotten, nur so zum Anfang. Und hübsche Mädels. [lacht] Nein, ernsthaft, wir teilen eine Menge an Interessen - Filme, die gleiche Art von Musik, reisen, vegetarisches Essen und so weiter. Wir haben eine Menge, über das wir uns unterhalten können. Politik zum Beispiel auch.
BOYER: Andre hat vor kurzem gesagt, dass er dich vermisst.

BLOOM: Ja, wir haben einander schon seit... ich glaube März nicht mehr gesehen. Das ist das Problem mit diesem Geschäft wie du siehst. Ich vermisse ihn auch, aber es gibt ja immer noch die Möglichkeit anzurufen.
BOYER: Gerüchte besagen, dass du und Andre zusammen in "The Calcium Kid" spielen werdet. Richtig?

BLOOM: Ich weiß es wirklich nicht. Atti ist so beschäftigt mit seiner Bühnenarbeit; es ist wirklich sein Leben. Er liebt die Filme, aber er wollte nie richtig zu diesem Geschäft dazugehören. Er wollte nie ein Filmstar sein. Aber manchmal ist ein gemeinsamer Dreh die einzige Möglichkeit, überhaupt Zeit miteinander zu verbringen... also... wer weiß schon? Ich werd ihn bei unserem nächsten Gespräch mal danach fragen.
BOYER: Wie magst du seine neue One-Man-Show?

BLOOM: Ich hab sie bis jetzt noch nicht gesehen, aber ich bin mir sicher, dass sie toll ist. Er ist ein sehr intelligenter und witziger Mensch mit einer großartigen Präsenz auf der Büne. Seine Fähigkeiten als Comedian sind so einzigartig, es ist wirklich unglaublich. Ich hab seine letzte Show geliebt. Ich denke, ich hab sie vier mal gesehen [...] Ich würde mir, wenn er denn hier unten in Australien mal spielen würde, die Show sicherlich angucken.
BOYER: Danke für deine Zeit!

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