Interview mit Orlando und Liv Tyler

LT: Liv Tyler
OB: Orlando Bloom

Frage: Wie schwierig war es für euch Elbisch sprechen zu lernen?
LT: Tausend verschiedene Zeilenfolgen! Die ersten paar Zeilen, die ich mir merken musste, waren sehr schwierig. Aber schließlich ist es einfacher für mich geworden und ich genoss es richtig. Ich konnte es eigentlich wirklich schnell nach einer Weile. Manchmal musste ich 3 oder 4 Szenen auf elbisch drehen und ich musste es in Etappen machen, weil es mich verwirrt hätte, hätte ich alle sofort auswendiggelernt, also machte ich sie einzeln. Nach einer Weile wurde es sehr natürlich.
OB: Also, die Sache mit den Elben ist, dass es sehr schwer ist die Sprache zu erfassen, denn so weit gibt es keinen richtigen Rhythmus, wie die Elben eben sprechen. Deshalb fand ich es manchmal schwer es zu lernen.

Frage: Ein Jahr filmen - was hat es in eurem Leben verändert, welchen Effekt hatte es?
LT: Sehr gute Frage. Ich kam und ging oft. Es war eine schwere Entscheidung, besonders am Anfang; nicht notwendig für meine Karriere, aber mehr hatte es einen persönlichen Aspekt. Wie (z.B): Oh mein Gott, kann ich damit umgehen für so lange Zeit auf der anderen Seite der Welt zu sein? Ich bin ein sehr familienorientierter Mensch und ich bekomme sehr leicht Heimweh! Ich glaube, ich hatte mehr Heimweh als alle anderen. Es war sehr schwierig, denn ich würde nach Hause gehen, dort kurz bleiben und dann wieder wegsein. Wenn ich frei hatte hab ich - anstatt viel herumzureisen, die Gelegenheit wargenommen nach Hause zu gehen, während die Jungs (sieht zu Orlando) die ganze Zeit dortblieben und die ganze Zeit genutzt haben.
OB: Wir haben Surfen gelernt. Und wir haben viel Zeit draußen verbracht. Es ist so ein schönes Land, wo man so viel machen kann. Aus Flugzeugen springen. Bungee-Jumpen. Alle Arten von verrückten Sachen. Also ist es ein guter Ort für 18 Monate.

Frage: Wie ist es das einzige Mädchen unter all den Jungen hier zu sein - für so eine lange Zeit?
LT: Ich bin das wirklich gewöhnt. Anscheinend sind es in jedem Film, den ich mache, ich und die Jungs. Aber es war toll, ich liebe alle und ich fühlte mich wirklich als etwas besonderes, weil man mich so gut behandelt hat.

Frage: Wie ist es eine Beziehung mit jemandem spielen, der älter ist als du, wie Viggo Mortensen?
LT: Naja, er ist nicht so alt wie Richard Dreyfuss aus meinem ersten Film! (lacht) Ich musste mich mit Richard Dreyfuss verabreden als ich 16 war.

Frage: Wie war es mit Viggo zu arbeiten?
LT: Viggo ist erstaunlich...Ich meine, die ganzen Besetzungen waren erstaunlich. Viggo war im Besonderen unglaublich, weil er buchstäblich Aragorn geworden ist. Es ist komisch für mich ihn jetzt zu sehen, weil er viel entspannter ist und die Haare nicht so im Gesicht hat und ich denke mir: "Junge, Viggo, du bist ziemlich süß!" (alle weiblich Reporter lachen) Er tauchte richtig in die Rolle ab. Er lernte auf einem Pferd zu reiten, Bogenschießen und mit dem Schwert zu kämpfen und die erforderte Sprache (Anmerkung des Übersetzers: Alle amerikanischen Schauspieler mussten sich einen englisch Akzent aneignen); Viggo war ein Waldläufer, es war sehr wichtig für ihn, dass er die ganze Zeit sein Kostüm anhatte und irgendwie dreckig war. Er hat sein Schwert überallhin mitgenommen und ist richtig in die Rolle hineingewachsen. Er hat alle seine Stunts und Sachen selbst gemacht.

Frage: Gibt es auch Romantik?
LT: Ja. Oh mein Gott, sie ist Hals über Kopf in ihn verliebt. Die Liebesgeschichte ist für mich der Hauptteil meiner Rolle, auf eine Weise ist es die Liebe, die diese 2 Leute füreinander haben. Auf eine wirklich mädchenhafte Art, und das war es, was mich an der Rolle reizte. Es ist eine richtig klassisch-herzzerreißende Liebesgeschichte. Wenn man den Anhang im Buch liest erkennt man das. Es war wirklich wie Romeo und Julia, der gleiche Grad von klassischer Liebesgeschichte. Es ist eine sehr komplizierte Liebessituation.

Frage: Laut Presse sollte deine Figur für ihr besonders guter reiterliches Können bekannt sein. Ich hörte einige Gerüchte, dass das ein bisschen übertrieben ist...
LT: Ich und Pferde passen nicht so gut zusammen (lacht). Ich denke, dass Pferde die schönsten Wesen sind und ich liebe es sie zu berühren und sie auf die Nase zu küssen und in ihrer Nähe zu sein und das ganze Zeug; ich mag es nur nicht auf ihnen drauf zu sein (lacht). Ich hab gelernt richtig gut zu reiten. Ich hab immer galloppiert.

Frage: Aber du hattest Angst?
LT: Es hat etwas Beängstigendes auf einem Tier zu sein, das 4x so groß wie man selbst ist und 4 Beine hat und rennen kann. Aber ich habs geschafft. Diese Jungs (sieht zu Orlando) konnten ohne Sattel reiten.
OB: Ja, wir hatte viel Training bevor die Dreharbeiten losgingen. Ungefähr 2 Monate lang.

Frage: Aber ihr musstet alle Arten von Training machen, oder?
OB: Ja, wir haben mit Bogenschießen angefangen. Die Elben sind eine wirklich überlegene Rasse. Sie haben übermenschliche Stärke, Reaktionsgeschwindigkeit, Sinneswahrnehmung, sie sind sowas wie Engel. Sie waren die erste Rasse, die von den Valar, den Göttern von Mittelerde, auf Mittelerde geschaffen wurden. Also mussten wir Bewegungen lernen, für Legolas musste ich besonders einen Stil der Martial Arts Kampfkunst lernen, um diese 2 Klingen, die 2 Messer, die er benutzt, zu handhaben. Es ist so eine Art alter europäischer und asiatischer Kampfstil. Und es gab Reittraining und Schwertkampftraining mit Bob Anderson, der so ein Genie war und ganz das Vorbeild. Und viel Training in der Turnhalle für die Ausdauer.
LT: Als jeder ankam, musste jeder gut darauf vorbereitet sein. Jeder bekam einen Trainer, um sich physisch vorzubereiten. Sogar als wir nicht gerade die körperlich intensiven Szenen filmten, wollten sie, weil es alles so lange dauern würde, dass wir körperlich auf den weiten Weg vor uns vorbereitet waren. Jeden Tag machten wir unsere Lektionen, wenn wir nicht arbeiteten.
OB: Als Elben ist richtig das ermüdend, weil sie diese unglaublich gefassten Charaktere sind. Deshalb musste man sich sehr auf sich konzentrieren, wenn man am Set war, weil die Natur des Charakters es von einem verlangte. Es gab keine Art von schlaffer Haltung.
LT: Sie waren immer perfekt gefasst. Du konntest dich nicht ausruhen (lacht).
OB: Ja, wenn die Gefährten Rast machten und sich hinsetzten, stand Legolas auf einem Fels und starrte in die Ferne. Er benutzte seine Sinne, um Gefahr aufzuspüren und Ausschau zu halten für die Gefährten.

Frage: Was waren einige eurer Lieblingszenen?
LT: Oh mein Gott, wo sollen wir anfangen? Es gibt so viele.
OB: Du hast den Trailer gesehen? Ich hab das Zeug in Moria wirklich genossen. Es war eine seltsame Umwelt für Legolas, weil er gewohnt ist bei Bäumen zu sein. Ich musste eine andere Mimik aufsetzen, weil er in diesem beengten Raum war und die ganze Sache mir dem Höhlentroll. Es war so eine Erleichterung zu sehen, wie gut sich das zu dieser großen Art von interaktivem Biest entwickelte. Es sieht so echt aus.
LT: Sie mit einem großen Nichts geschauspielert. Sie mussten sich das vorstellen.
OB: Ja, sie hatte diesen Sack mir dem Kreuz drauf und ich musste mich ducken und drunter wegtauchen, während überall rund um mich all diese mit Plastik nachgestellten Explosionen hochgingen. Das war wirklich Spass und interessant.

Frage: Wie war es auf der anderen Seite der Welt zu filmen?
LT: Also, für uns war es eine wirklich schöne Sache. Auf eine Art war es Mittelerde. Wir sind in unseren Wohnanhängern gesessen, mit offenen Türen und um uns herum sind kleine Leute, große Leute, und Monster, und alles, was du dir vorstellen kannst, rumgelaufen.
OB: Es war ein heiteres Set. Jeder hat die Arbeit geliebt. Jeder war total eingebunden. So weit vom Rest der Welt wegzusein, wie wir waren, hat uns wirklich alle zusammen gebracht und uns zu guten Freunden gemacht. Die Schauspieler und die Crew waren sehr freundlich und es war wirklich ein Abenteuer mit diesem großen Team dort zu sein. Wir sind auch von den Leuten in Neuseeland sehr willkommen geheißen worden. Sie haben die Läden offengelassen für uns, wenn wir nach einem Drehtag noch etwas brauchten. Es war ein besonderer Platz.

Frage: Fühlte es sich wie Peter Jackson's Welt an? Die Art, wie er von den Charakteren spricht, macht den Anschein, als ob er wirklich zu Hause ist in dieser Welt.
LT: Er ist ein Hobbit (lacht).
OB: Er hat definitiv eine Welt erschaffen.
LT: Es war alles um uns herum. Die Stadt, in der wir gedreht haben, Wellington, wir haben eigentlich in jedem möglichen freien Lagerhaus gedreht. Mein letzter Tag war am Hafen, plötzlich war dort das elbische Set. Da waren auch Weta und Weta Digital und das Studio und alles um uns herum. Die Leute aus dem Land haben wirklich am Film teilgenommen mit ihrer Ermutigung.
OB: Es gibt so viel natürliche Schönheit in Neuseeland. Es war ganz leicht inspiriert zu werden, um die Bilder Mittelerdes wieder vor sich zu sehen.

Frage: Was hattet ihr, das euch half euch an all diese Bilder zu erinnern?
OB: Also, jeder am Set war ein komplett fanatisches Genie was den Herr der Ringe betrifft.
LT: Und bei Weta war eines der ersten Dinge, die wir machten, auf diese riesige Tour zu gehen. Im Grunde war es dieses riesige Lagerhaus, in dem jeder Raum für etwas anderes da war. Ein Raum war für die Armee der Toten, einen, wo Hobbitfüße gemacht wurden, einen, in dem die Füße in Öfen gebacken wurden, der Nächste, wo individuelle Haare aufgenäht wurden, und im nächsten Raum wurden Schwerter mit der Hand angefertigt. Alle von diesen wirklich jungen Jungen und Mädchen, diesen talentierten jungen Leuten, die so hart arbeiteten. Sie waren mit dem Text und der Geschichte so vertraut, jeder der an dem Film arbeitete war eine Art von eingefleischtem Buchfanatiker. Wir haben abhängig davon gedreht, welche Sets fertig waren, wir haben nicht wirklich in der Kontinuität des Films gedreht. Es gab immer Sets, die gebaut wurden und man konnte hingehen und zusehen, wie sie gemacht wurden und man konnte alle Zeichnungen sehen.

Frage: Wie alt wart ihr, als ihr das Buch zum ersten Mal gelesen habt?
LT: Ich hatte es gar nicht gelesen.
OB: Ich bin halb durchgekommen, als ich 14 war, aber dann hab ich angefangen mich für Mädchen und Sport und so zu interessieren. Ich hab es wieder genommen und fertig gelesen, als das Casting begann. Es ist toll ein Buch wie dieses zu haben, in dem Leute nachsehen, wie in der Bibel, wenn sie es brauchen. Tolkien war so detailliert, ein Geschichtsprofessor. Und alles wurde mit so viel Detail belegt, dass du einfach darin nachschlagen konntest. Alle Charaktere wurden bis ins kleinste Detail beschrieben. Das machte es wirklich zugänglich und leicht, um mit deinem Charakter in Berührung zu kommen.

Frage: Wie fühlt ihr euch mit der Verantwortung auf euren Schultern, eine Geschichte zu erzählen und darzustellen, die von so vielen geliebt wird?
LT: Jedesmal, wenn man eine Geschichte von einem Roman übernimmt, ist es immer richtig heikel. Die Leute werden immer hyperkritisch sein und ihre eigene Vorstellung davon haben. Alles, was man macht und offensichtlich vor allem sowas wie das hier, was so bildlich ist, das stellt sich jeder selbst vor, jeder *weiß* wie die Sachen aussehen. Aber das hier ist Peters Vorstellung, zwar die von jedem, aber im Grunde die von ihm und von den wenigen nahestehenden Leuten, mit denen er vor ein paar Jahren begann daran zu arbeiten. Es ist viel Druck da, und besonders liegt sie auf den Elben, aber du kannst dieses Druckgefühl nicht jeden Tag haben, weil du dann deine Aufgabe nicht erfüllen kannst. Man muss an das glauben, was man tut.

Frage: Hatte Herr der Ringe eure Erwartungen bezüglich eurer Karriere geändert?
OB: Nein. Ich wüsste nicht, dass es meine Erwartungen verändert hätte, ich weiß nicht, welche Erwartungen ich wirklich hatte. Es war eine sehr lehrreiche Erfahrung in den Bereichen, wo man etwas über die Industrie lernte. Etwas über das Geschäft des Filmemachens...
LT: Und beide Welten zu sehen: Effekte und Darstellung.
OB: Und mit einigen der größten Schauspieler zu arbeiten. Das war inspirierend und machte mich glücklich und ganz schön verwöhnt.

Frage: Wie war es an einem solchen Big-Budget-Film mitzuwirken?
LT: Ich fand immer an dem Film, dass es auf eine Art wie ein kleiner unabhängiger Film ist, obwohl es einer der größten Filme ist, die je gemacht wurden. Wegen der Umgebung, wo wir waren und wie hingebungsvoll jeder war. Es gab nicht viele Besonderheiten für uns. Wir hatten nicht diese riesigen Wohnanhänger und all diese exzessiven Dinge. In der Art war es wirklich irgendwie runtergekommen und dreckig. Die Leidenschaft, die immer da war, machte es nicht zu einem typischen Big-Budget-Film.

 

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