Orlando Bloom
Am 18. Dezember schlagen Mädchenherzen
höher: Ab dann ist Orlando Bloom alias
Legolas in "Der Herr der Ringe: Die zwei
Türme" im Kino zu sehen. Schön
und mutig wie gewohnt.
War ja klar. Ein Mann, der
so überirdisch gut aussieht, kann nicht
von dieser Welt sein. Dieses blonde, volle Haar,
diese Augen, so blau, als würden alle sieben
Weltmeere darin zusammenfließen, und eine
Haut wie Alabaster. Ganz nebenbei bewegt er
sich mit der Eleganz eines Balletttänzers
durch die Reihen seiner ärgsten Feinde.
Treffsicher schießt er einem monströsen
Ork nach dem anderen Pfeile in die hässliche
Visage. Aber wie bei Traummännern üblich,
bleibt auch dieser unerreichbar. Schließlich
ist die Schönheit ein Elb, heißt
Legolas und hat 2931 Jahre auf dem Buckel. Zumindest
in Tolkiens Kultwerk "Der Herr der Ringe".
In der schnöden Wirklichkeit liest sich
das alles schon etwas unspektakulärer:
Da hört Legolas auf den Namen Orlando Bloom,
und seine Haare sind brünett statt blond.
Er hat Knopfaugen, und sein Teint ist dunkel
wie der eines italienischen Erntehelfers. Was
für die ansonsten oft enttäuschende
Wahrheit ziemlich weit vorn ist.
Kaum einen anderen der neun Gefährten ersehnt
man im zweiten Teil der Verfilmung so heiß
her (wobei ein großer Teil dieses "man"
weiblich ist) wie den smarten Bogenschützen.
Und über kaum einen anderen möchte
man mehr erfahren. Nur verrät Orlando nicht
allzu viel über sich, aber das gehört
vielleicht zum Image eines Elb dazu. Mit der
Schauspielerei hat er angeblich nur wegen der
Mädchen angefangen, den, so sagte er einmal:
"Geld ist mir ziemlich egal, solange ich
jemanden in einem Film küssen darf."
Weiterer Grund für die Geheimniskrämerei:
Herr Bloom ist recht jung (geboren 1977) und
hatte bislang nicht die Gelegenheit, seine Biografie
aufzustocken. Zudem nahmen die 18 Monate Dreharbeiten
zum "Herrn der Ringe" einen guten
Teil seiner Zeit in Anspruch. Und wenn der Brite
dann tatsächlich weiter an seiner Karriere
hätte feilen können, lag er bandagiert,
eingegipst oder sonstwie lädiert in einem
Krankenhausbett. Hinter dem hübschen Antlitz
steckt nämlich ein ziemlich kaputter Körper
mit einer Vorliebe für Extremsport. Rippen,
Nase, Arm, Handgelenk, einen Finger, den Zeh
und beide Beine hat sich Orlando bereits gebrochen.
Sein Schädel war dreimal angeknackst, und
vor drei Jahren fiel er bei einer Party von
Freunden aus dem Fenster und brach sich den
Rücken. Damals meinten die Ärzte,
er würde nie wieder gehen können.
Zwölf Tage nach der Operation spazierte
Orlando Bloom aus der Klinik.
Diesen Briten haut eben so schnell nichts um:
Einer, der als kleiner Junge jahrelang glaubte,
dass Superman existiert, verlässt sich
auf sein Selbstvertrauen. Mit 16 kehrt Orlando
deshalb seiner Heimatstadt Canterbury den Rücken,
um in London die Schauspielerei zu lernen. Anfangs
spielte er noch kleine Rollen am Nationalen
Jugendtheater. Drei Jahre später und zwei
Tage vor seinem Abschluss auf der renommierten
Guildhall School for Music and Drama unterschreibt
er den Vertrag für seinen Part als Legolas.
Der Ort Neuseeland ist perfekt für den
"Adrenalin Junkie", wie sich Orlando
in einem Interview mal selbst bezeichnete. Dort
lernt er surfen, verfeinert beim Springen von
Brücken sein geliebtes Bungee -Training
oder fährt mit den Kollegen zum Snowboarden.
Und als Zeichen seiner ewigen Verbundenheit
zu den Filmgefährten lässt er sich
das elbische Symbol der Zahl Neun unter die
Haut stechen. Schließlich ist diese Zeit
für ihn "bislang die beste Zeit meines
Lebens!" Klingt vielleicht ein wenig übertrieben
angesichts seiner 25 Jahre und der in Zukunft
voraussichtlich steilen Karriere. Bislang spielt
er zwar noch in anderen Produktionen die unwichtigeren
Charaktere, wie zuletzt in Ridley Scotts Kriegsdrama
"Black Hawk Down", wo Orlando in den
ersten Filmminuten bereits das Zeitliche segnet.
Im Jahr 2003 wird er dagegen in großen
Rollen an der Seite von Johnny Depp oder Heath
Ledger zu sehen sein. Dabei offenbart sich eine
Vorliebe für historische Stoffe: Mit Johnny
Depp dreht er zur Zeit einen Piratenfilm. Das
gemeinsame Werk mit Kollege Ledger ist bereits
im Kasten - die Geschichte spielt Ende des 19.
Jahrhunderts im australischen Busch, Orlando
selbst agiert darin als skrupelloser Gangster.
Und außerdem ist da der dritte Teil von
"Herr der Ringe" - für alle,
die nicht genug von ihm kriegen können.
Ach ja, auch noch erwähnenswert: Von einer
festen Freundin ist nichts bekannt. [Anmerkung
von Marielle: Dieser Satz ist (bedauerlicherweise?)
bereits überholt. Ich denke ein Name reicht
aus um alles zu erklären: Kate Bosworth
:D]
Merle Wuttke
Der Herr der Ringe: Die zwei Türme
Die gefährliche Reise
geht weiter: Die beiden Hobbits Frodo und Sam
sind allein unterwegs nach Mordor, um den Ring
zu vernichten. Legolas, Aragorn und Gimli schlagen
dagegen den Weg nach Isengard ein, um Merry
und Pippin aus den Klauen von Sarumans Orks
zu befreien. Alle sieben erwarten Abenteuer,
die jenseits ihrer Vorstellungskraft liegen.
Der zweite Teil soll den bombastischen Auftakt
noch übertreffen. Deshalb bat Regisseur
Peter Jackson im letzten Sommer seine Darsteller
zum Nachdreh nach Neuseeland. Unter anderem
entstand so eine 45-minütige Schlachtszene.
Zudem will er die Story weniger hastig erzählen
und z.B. den Beziehungen unter den Charakteren
mehr Spielraum geben.
Young Miss, 1/2003
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