Viggo Mortensen: Ein König kommt

Schon der Klang seines Namens soll unter weiblichen Fans zu Bewußtlosigkeit führen: Viggo Mortensen ist aktuell wohl der charismatischste Akteur Hollywoods, und er kann noch viel mehr...


Niemand läßt sich gerne festlegen. Schauspieler am allerwenigsten. Schließlich möchten sie nicht für immer und ewig den Clown oder den Bösewicht mimen, nur weil sie einmal in eben jener Rolle glänzten. Viggo Mortensen wird das nie passieren. Selbst heute nicht, nachdem ihn das breite Publikum als „Aragorn“ kennt – den Waldläufer in Peter Jacksons „Der Herr der Ringe“- Verfilmung. Er ist nämlich nicht nur umwerfend charmant, sondern auch noch ausgesprochen vielseitig talentiert. Lange vor seinem sensationellen schauspielerischen Welterfolg veröffentlichte Viggo Mortensen bereits einen Gedichtband und arbeitete als Maler und Fotograf. Ausstellungen in Athen und Los Angeles zeugen von der breitgefächerten Begabung des gerade 45-jährigen, der als Sohn eines Dänen und einer Amerikanerin in Manhattan geboren wurde. Schon früh fühlte er sich von den Künsten angezogen und möchte sich auch trotz des Aragorn- Ruhmes nicht auf die Berufung Schauspieler festnageln lassen: „Ich bin in weitestem Sinne Künstler“, sagt er dann von sich und grinst dieses Viggo- Lächeln, bei dem man ihm einfach alles glauben möchte. Der dichtende Beau spricht übrigens auch fließend Dänisch und Spanisch, da er mit seinen Eltern von New York nach Argentinien, Venezuela und Dänemark zu seinem Großvater zog.

Was lange währt...
Nach seiner Ausbildung am Warren Robertsons Theater- Workshop in New York versuchte er ab 1982 gute Filmrollen zu ergattern und eine Schauspielkarriere zu starten. Doch das gelang ihm trotz seines Charismas nicht auf Anhieb. Immer wieder mußte er sich mit wenig lukrativen Nebenjobs über Wasser halten: Entweder arbeitete er in schlecht bezahlten Independent- Filmen oder jobbte als Lastwagen- Fahrer oder Kellner. Als Filmschauspieler debütierte er schließlich 1985 mit dem Thriller „Der einzige Zeuge“ neben Harrison Ford als Amish- Farmer. 1987 lernte Viggo bei den Dreharbeiten zu „Salvation“ seine spätere Frau Exene Cervenka kennen. Nach der Geburt des Sohnes Henry zieht sich die Familie in die Provinz nach Idaho zurück. Dort wird es nicht unbedingt leichter, an die richtigen Rollen zu kommen: „Es gab immer die Entscheidung zwischen mir und einem anderen Typen – und der andere hat die Rolle immer gekriegt“, fasst Viggo seine wenig erfreulichen Erfahrungen heute zusammen. Nebenrollen in Filmen wie „Crimson Tide“, „Porträt einer Lady“ und „G.I. Jane“ kurbeln seine Karriere Mitte der 90er Jahre endlich an. Seine Ehe mit Exene hielt allerdings dem Existenzkampf nicht stand. Dafür hat der damals 12-jährige Henry seinem Vater zum Durchbruch verholfen: Er überredete seinen Papa, die Rolle des Aragorn anzunehmen, nachdem Regisseur Peter Jackson den ursprünglichen Hauptdarsteller Stuard Townsend gefeuert hatte. Doch Viggo Mortensen zögerte, weil er seinen Sohn nicht während der 18 Monate langen Drehzeit in Neuseeland alleine lassen wollte... Aber Mortensen junior setzte sich durch. Manchmal ist es eben doch gut, auf seine Kinder zu hören! Und während wir uns im Kino über Aragorn freuen, schreibt Viggo an seinem dritten Gedichtband! Ein Multitalent eben!

Centaur

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